Das Staatssekretariat für Migration von SP-Asylminister Beat Jans hat für die Weltwoche interessante Zahlen zusammengetragen. Sie zeigen, wie stark die Schweiz im Vergleich zu den Nachbarländern Deutschland und Österreich belastet ist.
Anzahl Asylgesuche mit Mehrfachgesuchen (Januar bis November 2025)
Österreich: 15.337
Schweiz: 23.767
Deutschland: 152.039
Anzahl Asylgesuche ohne Mehrfachgesuche (Januar bis November 2025)
© TI-PRESS / PABLO GIANINAZZI
Österreich: 11.452
Schweiz: 21.514
Deutschland: 101.332
Zum Verständnis: Die Schweiz hat rund neunmal weniger Einwohner als Deutschland und ungefähr gleich viele wie Österreich. Der Befund ist deshalb klar: Im Augenblick wird das Asylsystem der Eidgenossenschaft deutlich stärker belastet als jenes der beiden Nachbarländer im Norden und Osten. Würde Deutschland – relativ zur Bevölkerungszahl – ähnlich viele Anträge verbuchen, läge die Zahl bei rund 213.000.
Warum nimmt die Schweiz diese Position ein? Eine Erklärung ist, dass die Schweizer Politik bisher darauf verzichtet hat, klar dafür einzustehen, dass die Asylmigration spürbar zurückgeht und die Attraktivität des hiesigen Standorts vermindert wird. Es gibt beispielsweise keine Grenzkontrollen wie in Deutschland oder keinen vorübergehenden Stopp des Familiennachzugs wie in Österreich. Dafür fehlen die politischen Mehrheiten im Parlament und im Bundesrat.
Ironischerweise muss das Lager, das einen anderen Ansatz befürwortet, auf die EU hoffen. Kommt es dort – wie angekündigt – zu Verschärfungen, wird sich dies auch auf die Schweiz auswirken.