Die Nato erwägt eine deutlich offensivere Antwort auf russische Hybridangriffe wie Cyberattacken, Sabotageakte und Luftraumverletzungen. «Auf Cyber sind wir bisher eher reaktiv. Mehr Aggressivität oder Proaktivität statt Reaktivität ist etwas, über das wir nachdenken», sagte Admiral Giuseppe Cavo Dragone, Vorsitzender des Nato-Militärausschusses, der Financial Times.
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Europa war in den vergangenen Jahren mehrfach von mutmasslich russisch gesteuerten Aktionen betroffen – von Kabelbeschädigungen in der Ostsee bis zu Cyberangriffen. Diplomaten, vor allem aus osteuropäischen Staaten, drängen laut Bericht darauf, nicht länger nur zu reagieren, sondern aktiv zurückzuschlagen, zumindest im Cyberraum.
Dragone stellte klar, ein «präventiver Schlag» könne als «defensive Massnahme» gewertet werden, räumte aber grosse Hürden ein: Entscheidend seien Rechtsrahmen, Zuständigkeiten und die Frage, wer solche Aktionen ausführt.
Als Erfolg wertete er die Nato-Operation «Baltic Sentry», bei der Schiffe, Flugzeuge und Drohnen seit 2024 die Ostsee überwachen und so weitere Kabelsabotage verhindern sollen: «Seit Beginn von ‹Baltic Sentry› ist nichts mehr passiert. Diese Abschreckung funktioniert.»
Finnlands Aussenministerin Elina Valtonen warnte zugleich vor einem Freibrief für russische Schiffe in internationalen Gewässern und sprach sich für eine selbstbewusstere Linie aus – ohne «hysterisch» zu reagieren.