Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat in der laufenden Zensurdebatte nachgelegt und erneut Medienkritik geübt. «Medien sind nicht heilig», sagte er bei einer CDU-Veranstaltung in Neumünster vor rund 300 Gästen. Dies berichtet Apollo News. In Anspielung auf die Diskussion um seinen Auftritt bei Markus Lanz erklärte Günther: «Alles, was ich in der Sendung gesagt habe, hat sich aus meiner Sicht in den vergangenen anderthalb Wochen eins zu eins bestätigt.»
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In der ZDF-Sendung hatte Günther das Onlineportal Nius als «Feinde der Demokratie» bezeichnet und sich für eine stärkere Kontrolle missliebiger Medien ausgesprochen. Nach Kritik wollte er seine Aussagen relativieren – doch in Neumünster verteidigte er seine Linie. «Es gibt keine Majestätsbeleidigung», sagte er. Demokratie müsse aushalten, «wenn man über Qualitätsstandards in unserer Gesellschaft spricht».
Besonders scharf griff Günther die Chefredakteurin der Bild-Zeitung, Marion Horn, an. Sie hatte ihn nach dem Lanz-Auftritt in einem Kommentar als grössere Gefahr für die Demokratie als die AfD bezeichnet. Günther reagierte: «Dann muss die sich mal hinterfragen, ob ihr Koordinatensystem verrutscht ist.»
Für seine Ausführungen erhielt der CDU-Politiker laut Videoaufnahmen Applaus. Günther betonte, er sei stolz darauf, dass Schleswig-Holstein als einziges Bundesland einen «extremistenfreien Landtag» habe.