Die Europäische Union will den Druck auf China und Indien deutlich erhöhen, damit beide Länder den Kauf von russischem Öl einstellen. Dies teilt der EU-Sonderbeauftragte für Sanktionen, David O’Sullivan, in Brüssel mit, wie Euractiv berichtet.
O’Sullivan erklärte, die EU gehe weiterhin gegen sogenannte Ermöglicher russischer Ölverkäufe vor, darunter Häfen und Raffinerien in Drittstaaten. Als Beispiel nannte er die frühere Entscheidung Brüssels, die indische Raffinerie Nayara Energy mit Sanktionen zu belegen. Ziel sei es, Moskaus Fähigkeit zur Finanzierung des Krieges gegen die Ukraine weiter einzuschränken.
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Begünstigt werde der Kurs durch die derzeit niedrigen Ölpreise. Brent-Rohöl wird aktuell für rund 63 US-Dollar pro Barrel gehandelt, russisches Urals-Öl für etwa 53 Dollar. Laut O’Sullivan verschärfen zudem politische Instabilitäten in ölreichen Ländern wie Iran und Venezuela die Lage auf dem Markt zu Lasten Russlands.
China und Indien haben seit Beginn des Krieges ihre Käufe von russischem Öl deutlich ausgeweitet. Gleichzeitig sank der Anteil russischen Öls an den EU-Importen laut EU-Kommission von 27 auf nur noch 2 Prozent, der Anteil von russischem Gas von 45 auf 13 Prozent.