Die Memoiren von Italiens beliebter Regierungschefin Meloni, «Ich bin Giorgia», die soeben auf Deutsch erschienen sind, haben unseren Autor Matthias Matussek tief beeindruckt. -Meloni unternimmt eine Umwertung von Werten, die in Stein gemeisselt schienen, nämlich, dass rechts böse und links gut sei. Meloni dreht die Sache um. Sie ist rechts, und sie ist stolz darauf. Für sie bedeutet «rechts», wirklichkeitsnah statt utopistisch zu sein und Tradition und Heimat zu pflegen, statt diese durch Immigrantenströme unterpflügen zu lassen. Sie feiert tabulos die konservative Gegenkultur zum angeblich fortschrittlichen Zeitgeist und schildert ihren Weg zur Macht als jugendliche Aktivistin mit hinreissendem Witz und messerscharfem Verstand. Selbstverständlich versuchen die woken Medien, sie als «rechtsextrem» und «postfaschistisch» zu diffamieren, doch sie ist erfolgreich und prinzipienfest. Sie macht deutlich, wie sehr der Hass der linken Gegenseite sie anspornt. Für Matussek gilt: Von Giorgia Meloni lernen heisst siegen lernen. Seite 14
Augusto Casasoli/A3/Contrasto/laif
Wir leben in anspruchsvollen Zeiten. Experten sind gefragt, die die Ereignisse auf der Welt richtig einordnen können. Ein Mann, der das gut kann, ist Professor Albrecht Ritschl. Der deutsch-britische Wirtschaftshistoriker lehrt an der renommierten London School of Economics and Political Science. Die Analysen von Ritschl sind kritisch, geben aber auch Anlass zur Hoffnung. Zur Ukraine sagt er: «Die Ukraine war dasjenige osteuropäische Land, das sich nach dem Zerfall des Kommunismus am wenigsten gut erholt hat.» Das wirkliche Hindernis bei seiner Wirtschaftsentwicklung seien schwach ausgeprägte staatliche Strukturen, unklare Eigentumsrechte und Korruption. «Umso überraschender ist die Resilienz im gegenwärtigen Krieg.» Seite 32
Krisen, Kriege, Katastrophen: Den Untergangspropheten geht der Stoff nicht aus. Darum ist es umso wichtiger, dass wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist – jenseits der auf Alarmismus getrimmten Medienberichterstattung. Der deutsche Wissenschaftsjournalist Axel Bojanowski tut genau dies in seinem Buch «33 erstaunliche Lichtblicke». Er zertrümmert die Vorurteile zum Zustand der Welt, indem er die statistischen Fakten sprechen lässt: Immer weniger Menschen leiden Hunger, immer weniger leben in Armut, immer weniger sterben durch Naturkatastrophen. Es geht aufwärts, lautet die Botschaft. Für Panikmache gibt es keinen Grund. Seite 38
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