Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat sich in einem Interview mit dem Onlineportal Politico besorgt über die Masseneinwanderung nach Europa geäussert und dabei überraschend den Kurs des US-Vizepräsidenten J. D. Vance verteidigt. «Ich betrachte diese Masseneinwanderung als eine Bedrohung für das tägliche Leben in Europa», sagte Frederiksen.
Die sozialdemokratische Staatschefin hat in den letzten Jahren eine der strengsten Einwanderungspolitiken Europas etabliert. Ihr Null-Asyl-Ansatz beinhaltet unter anderem Abschreckungskampagnen in Herkunftsländern, rasche Abschiebungen und eine restriktive Aufnahmequote. Während konservative Politiker in Europa ihren Kurs loben, sehen Menschenrechtsorganisationen darin Diskriminierung.
J. D. Vance hatte auf der Münchner Sicherheitskonferenz unlängst erklärt, Migration stelle für Europa eine grössere Bedrohung als Russland dar. Frederiksen widersprach ihm in dieser Einschätzung, räumte aber ein, dass das Thema Einwanderung von den europäischen Regierungen ernster genommen werden müsse.
Die dänische Migrationspolitik hat die Zahl der Asylanträge im Land drastisch reduziert, doch Kritiker warnen, dass ähnliche Massnahmen in grösseren und heterogeneren EU-Ländern kaum umsetzbar wären. Frederiksen betonte jedoch, Migration sei für sie eine zentrale Frage der Sicherheit: «Die Menschen wollen wissen, ob sie sich dort, wo sie leben, sicher fühlen können».