Ein internes Dossier belastet die BBC: Die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt soll vor der US-Präsidentschaftswahl 2024 gezielt Berichte manipuliert haben, um Donald Trump in einem negativen Licht erscheinen zu lassen. Laut dem Daily Telegraph wirft ein Whistleblower dem Sender vor, in der Sendung «Panorama» eine Rede des damaligen US-Präsidenten vor den Ausschreitungen am Kapitol 2021 sinnentstellend gekürzt zu haben.
So habe die BBC zwei Passagen zusammengeschnitten, um zu suggerieren, Trump habe zur Gewalt aufgerufen. In der gesendeten Version hiess es: «Wir werden zum Kapitol laufen, ich werde mit euch da sein. Und wir werden kämpfen. Wir werden wie verrückt kämpfen, denn wer nicht wie verrückt kämpft, wird sein Land für immer verlieren.» Weggelassen wurde jedoch der Teil, in dem Trump betonte, der Protest müsse friedlich bleiben.
Boris Johnson forderte nach Bekanntwerden der Enthüllungen den Rücktritt der Senderleitung: «Grossbritanniens öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt nutzt eine tragende Sendung, um offensichtliche Unwahrheiten über unseren wichtigsten Alliierten zu verbreiten. Wird jemand Verantwortung übernehmen?», schrieb der Ex-Premier auf X. Auch andere Tory-Politiker verlangten eine Untersuchung. Der stellvertretende BBC-Nachrichtenchef Jonathan Munro wies den Vorwurf zurück: «Es gab keine Absicht, die Zuschauer bezüglich Trumps Ansprache in die Irre zu führen. Es ist eine normale Praxis, Reden zu kurzen Clips zu verarbeiten.»
Das neunzehnseitige Dossier bemängelt darüber hinaus einseitige Berichterstattung über Transgender-Themen sowie antiisraelische Tendenzen in der arabischsprachigen Redaktion der BBC. So sei ein Gast, der öffentlich zu Gewalt gegen Juden aufgerufen habe, über 200 Mal in Sendungen aufgetreten.