Der Mythos hält sich hartnäckig – und er kostet uns Milliarden: die immer wieder von Politikern aller Couleur vorgebrachte Behauptung, mit Entwicklungshilfe lasse sich die weltweite Migration verhindern. Man müsse die Ursachen der Flucht bekämpfen, heisst es, dann werde die Völkerwanderung schon aufhören.
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Nun entlarvt einer diesen Mythos, der es wissen muss. Der ehemalige Greenpeace-Chef Thilo Bode sagt in der NZZ: «Das sind Märchen aus Taudendundeiner Nacht!» Ländliche Armut lasse sich durch Entwicklungshilfe nicht beheben – es sei denn, die Machtverhältnisse seien danach. «Unsere meistens korrupten und autoritären Partner sagen jedoch: Wenn ihr uns das Geld nicht gebt, dann lassen wir noch mehr Flüchtlingsboote nach Europa kommen. Eine solche Entwicklungshilfe macht uns erpressbar.»
Bode kritisiert die Entwicklungspolitik von Industriestaaten wie Deutschland als milliardenteuren Leerlauf. Die Korruption werde schöngeredet, viele Projekte schadeten mehr, als sie nützten.
Auch mit sogenannten Nichtregierungsorganisationen geht er hart ins Gericht: «Viele NGOs, besonders in Brüssel, sind kompromittiert, weil sie von staatlichen Stellen Geld annehmen. Im Gegenzug kann die EU-Kommission über die Projektbindung Einfluss darauf nehmen, welche Kampagnen sie machen dürfen. So etwas verwandelt eine NGO zu einer Regierungsorganisation.»