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Männer werden Olympiasiegerinnen und gewinnen Schönheitswettbewerbe: Wie 2024 Transfrauen Auszeichnungen und Preise abräumten

Der Sport, insbesondere die olympische Bewegung, steht immer wieder im Zentrum gesellschaftlicher Debatten. Die Fragen von Fairness, Gleichheit und Inklusion berühren die Menschen – und haben in den vergangenen Monaten eine lautstarke Debatte ausgelöst.

Bestes (oder schlechtestes) Beispiel war die algerische Boxerin Imane Khelif. Sie gewann in Paris Olympia-Gold im Frauen-Wettbewerb – obwohl sie vom internationalen Box-Verband von den Weltmeisterschaften ausgeschlossen worden war, weil bei ihr (oder ihm) das männliche Chromosomenpaar XY festgestellt worden war.

ANGELO CARCONI / KEYSTONE
epa11715377 Algerian boxer Imane Khelif, winner of the gold medal at the Paris 2024 Olympic Games, attends the Raitre Italian TV show 'Lo stato delle Cose' (lit
ANGELO CARCONI / KEYSTONE

Khelif war in Paris nicht allein. Auch die taiwanische Boxerin Lin Yu Ting kämpfte gegen Frauen, obwohl grosse Zweifel an ihrem biologische Geschlecht bestanden.

Einen Preis gewann auch die sambische Fussballerin Barbra Banda – denjenigen der Fussballerin des Jahres in England. Die Crux dabei: Vor zwei Jahren war die Stürmerin aus dem sambischen National-Kader für den Africa-Cup der Frauen ausgeschlossen worden. Der Verband befürchtete, dass die Spielerin einen von der Afrikanischen Konföderation vorgeschriebenen Geschlechtertest nicht bestehen würde.

Die Diskussion ist nicht neu. Als erste Transgender-Athletin hatte Lia Thomas im März 2022 einen Collegetitel gewonnen. Drei Monate später schloss der US-Schwimmweltverband Transathletinnen aus. Lia Thomas‘ Versuch, am internationalen Sportgerichtshof CAS dagegen vorzugehen, scheiterte.

Argumentation der Gerichtsbarkeit: Um an Wettbewerben für Frauen teilnehmen zu dürfen, müssen Transschwimmerinnen nachweisen, nicht die männliche Pubertät durchlaufen zu haben. Thomas hatte argumentiert, diese Regel sei «rechtswidrig» und «diskriminierend» – und sich unter anderem auf die Olympische Charta und die Europäische Menschenrechtskonvention berufen.

Absurde Züge nimmt die Diskussion im kanadischen Gewichtheben an. Dort stellte die als Mann geborene 40-Jährige Anne Andres bei den westkanadischen Powerlifting- und Bankdrücken-Meisterschaften einen fabelhaften nationalen Rekord auf. Die Transfrau hatte eine Gesamtpunktzahl von 597,5 Kilogramm erreicht. Damit schlug sie die Zweitplatzierte, Su Jan Gil, um über 200 Kilogramm.

Reglementarisch ist dagegen nichts auszusetzen: In der Canadian Powerlifting Union (CPU) können sich Transfrauen für Frauenwettkämpfe anmelden. Es genügt, dass sie sich als Frau identifizieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie Hormone zu sich nehmen oder eine Geschlechtsangleichung vorgenommen haben.

So nahm Ende März der bärtige Kraftsportler Avi Silverberg an den kanadischen Gewichthebe-Meisterschaften der Frauen teil und brach den Rekord von Anne Andres locker. Bei der Anmeldung hatte es genügt, dass er sich als Frau fühlte.

Dies trifft auch auf das britische Model Alex Consani zu. Sie war vor 21 Jahren zwar als Mann geboren worden, schreitet nun aber als Frau über den Laufsteg. Und offensichtlich gefällt sie der woken Szene.

2023 wurde Alex als erstes Transgender-Model zum Victoria's Secret Engel befördert. Vor einigen Tagen erhielt sie im Rahmen der British Fashion Awards die Auszeichnung als «Model des Jahres».

Der langen Rede kurzer Sinn: Wer an den Weihnachtsmann glaubt, darf am 6. Dezember mildernde Umstände geltend machen. Wer an Chancengleichheit und Gleichberechtigung glaubt, muss seine Meinung dringend überdenken.

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