WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus tritt nach zwei Amtszeiten ab. Als möglicher Nachfolger wird nun der frühere deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach gehandelt.
Wie die Berliner Zeitung berichtet , wird Lauterbach neben dem Gesundheitsexperten Paul Zubeil als aussichtsreicher Kandidat genannt. Die Nominierungsphase für die Nachfolge läuft bereits. Nach Anhörungen und einer Vorauswahl durch den WHO-Exekutivrat soll die Weltgesundheitsversammlung 2027 entscheiden.
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Der Wechsel an der Spitze fällt in eine Phase erheblicher Umbrüche. Nach dem Austritt der USA Ende Januar hat Deutschland die Rolle des grössten staatlichen Beitragszahlers übernommen. Damit gewinnt die Besetzung des Postens zusätzliches politisches Gewicht. Die Vereinigten Staaten hatten ihren Austritt mit dem Vorwurf begründet, die WHO greife zu stark in nationale Souveränität ein.
Lauterbach hatte 2025 ein neues Pandemieabkommen als «historisch» bezeichnet, das der Organisation erweiterte Befugnisse bei internationalen Gesundheitskrisen einräumt. Ob er tatsächlich kandidiert und genügend Unterstützung unter den Mitgliedstaaten findet, ist offen.