Mitten in Berlin, im fensterlosen Keller eines Luftschutzbunkers aus dem Zweiten Weltkrieg, ist ein Ukraine-Museum eröffnet worden. Das berichtet die britische Zeitung The Guardian. Die Ausstellung im Berlin Story Bunker wurde vier Jahre nach Beginn des russischen Grossangriffs auf die Ukraine eröffnet. Schon vor dem ersten Raum werden Besucher mit einer Simulation konfrontiert und sehen sich auf einem Bildschirm im Visier einer russischen Drohne.
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Kurator Wieland Giebel sagt: «Wir wollen den Menschen etwas von der physischen Realität dieses Krieges zeigen.» Und weiter: «Das ist eine lebendige, bewegende Ausstellung, die aufrütteln soll.»
Im Zentrum der Schau steht ein silbergrauer Fiat Scudo mit zerstörter Windschutzscheibe, aufgerissenem Dach und blutverschmierten Sitzen. Das Fahrzeug hatte als «Sozialtaxi» ältere Menschen evakuiert und Kinder in Krankenhäuser gebracht, bevor es im April 2025 von einer russischen Drohne getroffen wurde. Der 28-jährige Helfer Oleg Salnyk kam dabei ums Leben.
Von der Decke hängen zwanzig russische Drohnen. Darunter befindet sich das Modell «Molnija», das laut Ausstellung für rund 100 Euro aus einfachen Materialien gebaut wird und zum Abwurf von Granaten eingesetzt wurde. Eine rekonstruierte Marschflugkörper-Attrappe soll laut Mitkurator Enno Lenze zeigen, «wie gross ein solcher Flugkörper ist, wenn er auf einen zufliegt».
Nach Angaben der Initiatoren ist es das einzige Museum dieser Art ausserhalb der Ukraine. Es ist privat finanziert und soll mindestens so lange bestehen bleiben, wie der Krieg andauert. Deutschland zählt zu den wichtigsten Unterstützern Kiews und beherbergt rund 1,3 Millionen ukrainische Flüchtlinge.