Die Polizei von Lausanne ist nicht zu beneiden. Sie muss für Recht und Ordnung in der kriminellsten Stadt der Schweiz sorgen – und wird dabei von den eigenen Behörden daran gehindert. So hat diese Woche das ultralinke Stadtparlament – SVP und FDP schaffen es gemeinsam nur auf 28 von 100 Sitzen – verlangt, dass die Polizei vorübergehend auf Verfolgungen verzichten soll.
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Wie das Westschweizer Radio RTS berichtet, sollen während des Moratoriums «umstrittene Polizeipraktiken» überdacht werden. Eine der drei (!) Links-Fraktionen forderte sogar ein komplettes Verbot von Verfolgungen minderjähriger Tatverdächtiger.
Mit den Vorstössen reagiert die linke Gemeindelegislative auf mehrere Vorfälle in diesem Sommer. Schweizweit für Schlagzeilen sorgte der Tod von Marvin, einem 17-jährigen Kongolesen, der mit einem gestohlenen Roller verunfallte, während er vor einer Polizeistreife fliehen wollte.
Die Interventionen des Stadtparlaments sind zwar nicht bindend, zeigen aber die polizeifeindliche Haltung in Lausanne. Bereits Anfang Jahr stand die politische Forderung im Raum, die Stadtpolizei zu «entwaffnen» und den Polizeibeamten die Dienstwaffe zu verbieten.