Der Tiktok-Influencer Joung Gustav kommentiert in einem Beitrag die Asylpolitik der Schweiz kritisch als zu lasch. Kurz danach kündigt die Migros, die bisher sein Lifestyle-Getränk vertrieben hat, die Zusammenarbeit.
Das Fazit von Joung Gustav: Man müsse in der Schweiz links ticken, um nicht gecancelt zu werden.
Anja Lapcevic, frühere Chefin der Agentur Kingfluencer, schiebt ihm nun in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger die Schuld zu. Politische Posts seien zwar kein Problem. Aber «ein so heisses Thema wie die Asylpolitik» provoziere, und seine Meinung sei «kontrovers». Als Profi hätte Joung Gustav «die Auswirkungen abschätzen müssen».
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Heisst übersetzt: Man darf seine Meinung sagen, aber bitte nicht zu Asyl und Migration, und wenn doch, dann nur in die gewünschte Richtung. Womit Lapcevic indirekt bestätigt, was Joung Gustav sagt: Links geht, rechts nicht.
Ihr weiterer Vorwurf, der Influcencer habe seine Asylkritik auf der Grundlage von «eigenen Berechnungen» geäussert und seine Quellen nicht offengelegt, mutet seltsam an. Bisher hat niemand behauptet oder gar belegt, dass die präsentierten Zahlen rund um die Migration nicht zutreffend waren.
Sicher ist: Ein Aufruf zu mehr Zuwanderung und einer lockeren Flüchtlingspolitik hätte niemals zum Rausschmiss aus den Ladengestellen geführt. Sogar ohne Quellen und mit falschen Zahlen.