Nach dem Rückzug des erkrankten Sozialmediziners Gerhard Trabert zieht Lin Lindner über die hessische Landesliste der Linken in den Bundestag ein. Trabert hatte sein Mandat nach mehreren Schlaganfällen niedergelegt, eine Rückkehr in den politischen Alltag sei laut Familie nicht mehr möglich.
Mit Lindner zieht erstmals eine offen sogenannt «non-binäre trans* Person» ins deutsche Parlament ein. Auf Instagram ist sie unter dem Namen «Lin wie Links» aktiv – ein Nutzername, der viel über die politische Linie verrät. Lindner beschreibt sich selbst als «laut, unbequem und entschieden für linke Werte» und ist, so heisst es, im queerfeministischen Milieu aktiv. Gegenüber dem SWR erklärte Lindner, in «relativer Armut» aufgewachsen zu sein und Menschen aus ähnlichen Verhältnissen künftig besser unterstützen zu wollen.
Seit 2023 Mitglied der Partei, übernahm Lindner im Jahr darauf den Co-Vorsitz des Stadtverbands Trier und rückte in den Landesvorstand Rheinland-Pfalz auf. Politisch grenzt sie sich bewusst vom prominentesten Namensvetter Christian Lindner ab. «Ich bin mit dem Anspruch angetreten, dem Wort ‘Lindnern’ eine neue Bedeutung zu geben – nämlich die Dinge von Anfang an richtig zu machen», zitierte sie der Spiegel.
Linken-Parteichef Jan van Aken sprach von einer «starken jungen Person», die sich dem Kampf gegen Armut und Diskriminierung verschrieben habe – und eine Stimme für jene sei, «denen Julia Klöckner von der Fahne gehen möchte». Der genaue Zeitpunkt des Amtsantritts steht noch nicht fest. Laut SWR hat Traberts Familie die Rückgabe des Mandats aber bereits eingeleitet.