Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Liebe am Arbeitsplatz: Bei Nestlé führte die Nicht-Einhaltung des Compliance-Keuschheitsgebots zu unappetitlichen Nebenwirkungen. Wieso nicht die Regel in Frage stellen?

Die Einhaltung des Keuschheitsgebots führt in der katholischen Kirche zu unappetitlichen Nebenwirkungen. Im Geschäftsleben heissen solche Regeln Corporate Business Principles oder Code of Conduct. Die Einhaltung dieses Verhaltenskodex, die Compliance, ist ein scharfes Schwert, mit dem Personalprobleme gelöst werden können.

Als Hilfsmittel dient bei Nestlé ein sogenannter «Speak up»-Kanal. Hier können angebliche oder echte Verstösse auch anonym gemeldet werden. Diesen Denunziationen wird dann nachgegangen. Oder auch nicht. Im ersten Anlauf überstand der «Corporate Casanova» (Inside Paradeplatz) Freixe die interne Untersuchung. Medialer Druck sorgte dann für eine zweite Inquisition – Volltreffer, sofortige Entlassung. Nun ist es unvermeidlich und menschlich verständlich, dass der vielbeschäftigte Manager in seinem Arbeitsumfeld nach Zuneigung und Liebe sucht.

© KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Laurent Freixe, Chief Executive Officer (CEO) of Nestle, reacts during the Nestle Annual General Meeting at the SwissTech Conference Center, EPFL, in Ecublens near Lausanne, Switzerland, Wednesday, April 16, 2025
© KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Das ist, im Gegensatz zur Kirche, nicht grundsätzlich verboten. Es wird aber Offenlegung verlangt. Insbesondere bei Beziehungen zwischen Vorgesetzten und Untergebenen. Das problematisiert die traditionelle Methode des Hochschlafens, die meistens von Frauen, aber auch von Männern praktiziert wird. Ist es Liebe oder ist es Sex gegen Geld, Vergünstigungen, Karriere? Ist es die Ausnützung eines Machtverhältnisses oder Einverständnis?

Wer will das von aussen beurteilen können? Auf jeden Fall gilt hier, wie auch sonst im Leben: Du darfst Regeln brechen. Dich aber dabei nicht erwischen lassen.

Ein anderer Ansatz wäre: Wieso nicht die Regeln in Frage stellen? Denn offensichtlich hat sich die Herzallerliebste von Freixe nirgends beschwert. Sondern ist mit einer fetten Abfindung abgeschwirrt. Wenn zwei Erwachsene Geschäftliches und Gefühle verbinden – so what? Da ist schliesslich beiderseitig Erpressungspotenzial vorhanden. Von oben nach unten und von unten nach oben.

Unschön ist nur, dass VR-Präsident Paul Bulcke diesen Vorwand benützte, um seinen zweiten Fehlgriff innerhalb eines Jahres vom Posten des CEO zu entsorgen.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.