In einem Interview mit dem Tages-Anzeiger erweist sich der Komiker Mike Müller als treuer Botschafter der SRG. Dort sagt er: «Dass man die SRG zerschlagen will, finde ich unter aller Sau.» Mit «zerschlagen» meint er die Initiative, mit der die Zwangsgebühren auf 200 Franken pro Jahr gesenkt werden sollen.
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Die Initianten wollten «eine nationale Institution schleifen», klagt Müller. Auch weitere Zuschreibungen für die SRG («Wichtig für unsere Demokratie», «Klammer für die Schweiz») könnten direkt von der SRG-Medienstelle stammen.
Wer will nun diese heiligen Hallen zerschlagen? Schuld seien «libertäre Strömungen aus dem Ausland». Der für Medien zuständige Bundesrat Albert Rösti beispielsweise sei «letztlich nichts anderes als ein Trumpist». Weil er die bescheidene Senkung der Gebühren von 335 auf 300 Franken vorgeschlagen hatte.
Auch Firmen sollten laut Müller gefälligst weiter Serafe-Gebühren bezahlen, denn sie würden profitieren – «von Sendungen, in denen zum Beispiel über das Lehrlingswesen informiert wird». Weil der Schreinermeister aus Embrach und der Heizungsbauer aus Münsterlingen sonst nicht wissen, was sie mit dem Lehrling machen sollen?
Auf die Frage, was Private schlechter könnten als die SRG, nennt Müller «Fiktion oder Unterhaltung». Genau, denn jeder weiss: Die SRG produziert laufend Filme und Serien, die rund um den Globus ein vor Spannung zitterndes Publikum an den Bildschirm fesseln.
Hätte er Kinder, so Müller, wäre er froh, wenn sie SRF konsumieren würden, «statt über Messenger wie Telegram Verschwörungstheorien». Als ob es zwischen der SRG und Telegram in der Schweiz nichts gäbe.
Da fragt man sich, ob Mike Müller auch Jahre nach Ende der Sendung noch nicht aus dem Satiremodus von «Giacobbo/Müller» herausgefunden hat.