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Leidenschaftlich, redegewandt: Mit SVP-Nationalrat Alfred Heer verliert die Schweiz eine ihrer aufrichtigsten Stimmen für die Freiheit

Der bekannte Zürcher Nationalrat Alfred (Fredy) Heer ist tot: Er verstarb in der Nacht auf Freitag. Die genauen Todesumstände sind nicht bekannt. Die Stadtpolizei Zürich bestätigte bisher gegenüber den Medien lediglich, dass sie wegen eines medizinischen Notfalls im Kreis 4, also dort, wo der Politiker aufgewachsen ist, im Einsatz stand. Heer war geschieden und war Vater einer erwachsenen Tochter.

© KEYSTONE / ANTHONY ANEX
Alfred Heer, Nationalrat SVP-ZH, erscheint zu den Von-Wattenwyl-Gespraechen zwischen den Spitzen der Bundesratsparteien und der Landesregierung, am Freitag, 14
© KEYSTONE / ANTHONY ANEX

Heer wohnte in den letzten zwei Wochen der Herbstsession des Parlamentes in Bern. Wer sich mit ihm unterhielt, konnte keine Anzeichen von Krankheit erkennen, umso grösser ist nun die Bestürzung über seinen plötzlichen Tod. Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter und Bundesrat Albert Rösti zeigten sich erschüttert und bekundeten ihre Anteilnahme, ebenso viele seiner Parlamentskolleginnen und -kollegen.

Für die SVP war Fredy Heer ein sicherer Wert, er war einer, auf den sich die Partei immer verlassen konnte. Fast schon leidenschaftlich vertrat er manchmal seine politischen Überzeugungen, im Parlament, in den sonntäglichen Talkrunden von Tele Züri, in seinen pointierten Kolumnen im Sonntagsblick.

Seine vielen Auftritte machten ihn zu einem der prominentesten Vertreter der Zürcher SVP. Seine politischen Gegner hatten gegen den redegewandten Zürcher einen schwierigen Stand. Heer konnte zwar gut austeilen, aber weniger gut mit Kritik in den Medien umgehen.

Selbst einen kleinen Tadel, weil er zum Beispiel wiederholt eine Kandidatur für ein politisches Amt angekündigt hatte, diese dann jedoch in letzter Minute wieder zurückzog, empfand er als Beleidigung.

Alfred Heer war Gemeinderat, Kantonsrat und ab 2007 Nationalrat. Bis 2016 führte er die Kantonalpartei.

Beruflich besass er mit seinem Nationalratskollegen Mauro Tuena eine kleine IT-Firma. Heer war seit 2011 Mitglied der Schweizer Delegation im Europarat und von 2016 bis 2018 deren Präsident. Er hatte sich hier stark für die Wahl von Ex-SP-Bundesrat Alain Berset (53) eingesetzt.

Das war spektakulär, weil der Zürcher SVP-Politiker nach den Corona-Leaks – gemeint ist damit die zuvorkommende Bedienung des Ringier-CEO Marc Walder mit Informationen aus dem Departement Berset während der Pandemie – den Gesundheitsminister zum Rücktritt aufgefordert und ihm mit der Abwahl bei den Erneuerungswahlen im Dezember 2023 gedroht hatte.

Seine Stimme wird im Parlament fehlen.

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