Im Pariser Louvre hat ein technischer Defekt rund 300 bis 400 historische Druckwerke der ägyptologischen Bibliothek beschädigt. Ausgelöst wurde der Wasserschaden laut Spiegel durch ein versehentlich geöffnetes Ventil im Belüftungs- und Heizsystem. Die betroffenen Dokumente stammen überwiegend aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert und werden laut Museumsverwaltung intensiv von Forschern genutzt.
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«Sie sind nicht zerstört, sondern werden getrocknet, restauriert und wieder einsortiert», sagte der stellvertretende Verwaltungschef Francis Steinbock gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Dennoch zeigt der Vorfall die Verwundbarkeit des Museums. Bereits seit Jahren habe die Abteilung versucht, Mittel für präventive Massnahmen zu erhalten – bislang ohne Erfolg.
Das Problem sei intern bekannt, Reparaturen aber erst für September 2026 geplant, räumte Steinbock laut Reuters ein. Die Fachseite La Tribune de l’Art kritisiert die jahrelange Untätigkeit scharf. Bereits in der Vergangenheit musste der Louvre wiederholt Ausstellungen wegen Wasserschäden verlegen oder Räume schliessen.
Der Schaden trifft das Museum in einer Phase erhöhter öffentlicher Aufmerksamkeit: Erst im Oktober war der Louvre wegen eines spektakulären Juwelenraubs in die Schlagzeilen geraten. Seither steht die Leitung unter Druck, strukturelle Sicherheitslücken zu schliessen. Direktorin Laurence des Cars kündigte eine mobile Polizeiwache und hundert neue Kameras bis Jahresende an.