Der russische Aussenminister Sergei Lawrow hat seinem Schweizer Amtskollegen Ignazio Cassis am Rande der Uno-Generaldebatte die Neutralität der Eidgenossenschaft abgesprochen. «Die Schweiz hat den Status eines respektierten neutralen Vermittlers verloren», sagte Lawrow Cassis in New York.
Die Begegnung fand am Rande der «High-Level Week» der Uno-Generalversammlung statt. Cassis und Lawrow gaben sich vor Beginn der Gespräche die Hand. Auf die höfliche Nachfrage des Schweizers, wie es ihm gehe, antwortete Lawrow trocken: «Mir geht es gut – biologisch gesehen.»
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Inhaltlich blieb der Ton deutlich. Moskau beklagt einen «unfreundlichen politischen Kurs» der Schweiz gegenüber Russland. Das werde man künftig bei der Gestaltung der bilateralen Beziehungen berücksichtigen, hiess es aus dem russischen Aussenamt.
Auch die geplante OSZE-Vorsitz-Übernahme der Schweiz im Jahr 2026 kam zur Sprache. Laut russischer Darstellung bewertete man die Lage der Organisation als kritisch: Ihre Rolle für Sicherheit und Zusammenarbeit sei «geschwächt». Hintergrund ist die wachsende Blockadehaltung innerhalb der OSZE, die auch durch den Ukraine-Konflikt und westliche Sanktionen verschärft wurde.