Russlands Aussenminister Sergei Lawrow hat sich grundsätzlich offen für eine Zusammenarbeit mit den USA gezeigt. Zwar erkenne man an, dass nationale Interessen beider Staaten nicht immer übereinstimmen, doch dürfe dies «nicht in eine Konfrontation, geschweige denn in einen heissen Konflikt ausarten», sagte Lawrow.
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Die Aussagen fielen im Vorfeld des russischen Diplomatentages und markieren eine diplomatische Geste Moskaus in Richtung Washington – allerdings mit deutlicher Kritik im Gepäck. Zwar habe sich das Verhältnis seit der Rückkehr Donald Trumps ins Weisse Haus Anfang 2025 verbessert, doch in zentralen Punkten bewege sich wenig.
Insbesondere der Umgang der USA mit dem Ukraine-Konflikt sorgt in Moskau für Frustration. Die Biden-Regierung habe der neuen US-Führung einen «Konflikt im Gepäck hinterlassen», so Lawrow, doch auch unter Trump bleibe eine Einigung aus. Statt konkreter Fortschritte gebe es «immer neue Dimensionen, neue Forderungen, neue Bedingungen», die an Russland gestellt würden.
Washington hatte laut Lawrow signalisiert, eine Einigung im Ukraine-Krieg sei Voraussetzung für gemeinsame Projekte zum Wohle beider Nationen. Doch obwohl der Ton sich geändert habe, bleibe es bislang bei Absichtserklärungen. «Zukunftsversprechen müssen mit konkreten Taten hinterlegt werden», forderte der russische Chefdiplomat. Dazu zählen für Moskau auch die Aufhebung der gegen Russland verhängten Sanktionen und die Freigabe eingefrorener russischer Auslandsvermögen.
Trotz dieser Vorbehalte hält Russland laut Lawrow an seinem Angebot fest: «Wir sind bereit, in einer Atmosphäre gegenseitigen Respekts in vielen Bereichen zusammenzuarbeiten.»