Trotz des vierten Kriegswinters in Folge bleibt die Ukraine schutzlos gegen russische Luftangriffe. In Kiew, Charkiw und Odessa frieren die Menschen in dunklen Wohnungen, während Krankenhäuser auf instabile Notstromversorgung angewiesen sind. Die Ursache: ein gezielter russischer Vernichtungskrieg gegen die Energieinfrastruktur, der das Land in humanitäres Elend stürzt – und den der Westen laut dem britisch-ukrainischen Journalisten Bohdan Nahaylo mitzuverantworten hat.
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Nahaylo, Chefredaktor der Zeitung Kyiv Post, kritisiert die zögerliche Haltung westlicher Staaten – insbesondere der USA. «Die Ukraine hat nie um Nato-Truppen gebeten», so der Autor, sondern lediglich um die nötigen Abwehrsysteme, um ihre Städte vor Raketen und Drohnen zu schützen. Doch westliche Regierungen hätten «aus Angst vor Eskalation» zu spät oder zu wenig geliefert – und damit Russlands Strategie begünstigt, die Zivilbevölkerung durch Kälte und Stromausfälle zu zermürben.
Ein Hauptvorwurf richtet sich an Donald Trump. Der US-Präsident habe – trotz gegenteiliger Behauptungen – nicht zur Beendigung des Krieges beigetragen, sondern ihn faktisch verlängert. «Jede verschleppte Entscheidung war ein Signal an Moskau, weiterzumachen», schreibt Nahaylo. Trumps Aussagen, die Ukraine solle Gebiete abtreten und der Krieg koste Amerika zu viel, hätten Russlands Führung darin bestärkt, auf Zeit zu spielen.
Europa beginne nun zwar, die Bedrohungslage ernst zu nehmen, produziere mehr Waffen und diskutiere über eigene Verteidigungsfähigkeiten. Doch solange aus Washington keine klare Linie komme, bleibe das Bündnis geschwächt. Die Folge: eine Dauerkrise auf Sparflamme – zu viel, um zu sterben, zu wenig, um zu siegen. Mit seinen geheimen Absprachen mit Putin ziehe Trump den Krieg unnötigerweise in das fünfte Jahr hinein.
«Diese Katastrophe war vermeidbar», bilanziert Nahaylo. Sie sei das Resultat von politischem Kalkül und mangelndem Mut im Westen – während ukrainische Familien weiter im Dunkeln warten.