Paris, Sonntagmorgen im Louvre: In nur vier Minuten kletterte eine Diebesbande an der Fassade empor, drang durch ein Fenster ins Museum, zerschlug einige Vitrinen – und verschwand mit acht Juwelen aus der Sammlung der französischen Kronschätze. Augenzeugen fühlten sich, als wären sie in einen Netflix-Thriller geraten.
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Tatort: Die prunkvolle Galerie d’Apollon. Hier räumten die Meisterdiebe historische Preziosen ab – Tiaras, Colliers, diamantbesetzte Broschen von unschätzbarem Wert. Darunter die berühmte Perlen-Diamant-Tiara der Kaiserin Eugénie, eine mit über 2400 Diamanten verzierte Schleifen-Brosche der Kaiserin sowie Saphir- und Smaragd-Schmuckstücke von Napoleons Gemahlinnen.
Die Smaragdkrone der Kaiserin Eugénie ging auf der Flucht verloren – eine Hollywood-reife Verfolgungsjagd durch Paris blieb den Behörden allerdings erspart.
Kein Wunder, dass der Coup an berühmte Filme erinnert. Man könnte meinen, die Diebe hätten sich vorab einen Film-Marathon gegönnt und fleissig Notizen gemacht. Parallelen drängen sich auf:
«Lupin» (F 2021) – In der Netflix-Serie dreht sich schon die erste Folge um einen Juwelenraub im Louvre. Der charmante Assane Diop stiehlt dort die legendäre Diamanten-Halskette Marie Antoinettes. Heute wirkt die Szene fast prophetisch – als hätte Arsène Lupin selbst Regie geführt.
«Ocean’s 8» (USA 2018) – Im Blockbuster plant Debbie Ocean mit ihrem Team den Raub eines millionenschweren Diamantcolliers während der New Yorker Met-Gala. Mit kühlem Charme gelingt der Coup mitten unter Prominenten. Der Louvre-Coup folgt einem ähnlichen Drehbuch – nur ohne roten Teppich.
«Der rosarote Panther» (1963) – Blake Edwards’ Klassiker lässt den tölpelhaften Inspektor Jacques Clouseau auf den Juwelendieb namens «Das Phantom» los, der einen legendären Diamanten stiehlt. Man hofft, die Pariser Polizei verzichtet diesmal auf die Slapstick-Variante.
So amüsant die Vergleiche sind – der Raub in Paris ist kein Kino, sondern ein handfestes Verbrechen ohne garantiertes Happy End.