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Kuh oder Käse: Früher waren Schweizer Banknoten eine ernste Sache. Heute ist es Jekami, Inklusion und Entwertung aller Werte

Als der Heilige Martin auf der Hunderternote noch seinen Mantel mit einem Bedürftigen teilte, war das mehr als bedrucktes Papier. Es war ein stabiles Statement. Denn bei Papiergeld vereint sich Ideelles wie Vertrauen und Glaubwürdigkeit mit Materiellem wie Wert und Stabilität.

© SCHWEIZERISCHE NATIONALBANK /
HANDOUT - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im Oktober 2024 die Entwicklung der zehnten Banknotenserie angekuendigt
© SCHWEIZERISCHE NATIONALBANK /

Nun hat der Zeitgeist auch das zweite Schweizer Heiligtum – neben dem Pass – erfasst. Schon Dagobert Duck wusste: Geld ist eine ernste Sache. Da kann es keine Mitbestimmung oder Firlefanz geben. Denn ein Taler ist und bleibt ein Taler. Nicht so bei den zwölf Vorschlägen zur neuen Banknotenserie.

Die einzig gute Nachricht: Die Tausendernote soll es weiterhin geben. Ansonsten wirken die Entwürfe allerdings als verkappte Aufforderung zur Abschaffung des Bargelds. Wer will schon mit einer Kuh auf der Hunderternote, einem Käselaib, einem wie mit Coraldraw gepinselten Salamander (oder gar einer Fledermaus!), einem Gesteinsbrocken oder einer Drahtseilbahn bezahlen.

Die Schweizerische Nationalbank, immerhin einer der grössten Hedgefonds der Welt, die 2024 einen Gewinn von über 80 Milliarden Franken machte, will wohl testen, wie seriös sie mit einer Narrenkappe und einer roten Clownsnase wirkt. Und stellt deshalb zwölf untaugliche Versuche von neuen Banknotenserien – zur Abstimmung.

Kuh oder Käse, «die Schweiz und ihre Höhenlagen», soll das Wettbewerbsthema gelautet haben. Herausgekommen sind zwölf Wege in die Niederungen übelster Anfängergrafik. Heiliger Martin, hilf, kann dem niemand Einhalt gebieten?

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