Der forensische Psychiater Frank Urbaniok ruft angesichts wachsender Gewaltkriminalität durch Migranten zu einer Neuausrichtung des europäischen Asylsystems auf. In seinem neuen Buch «Schattenseiten der Migration» diagnostiziert er eine klare Verbindung zwischen Herkunftsländern und Gewaltbereitschaft und fordert daher eine differenziertere Bewertung bei Asylgesuchen.
© KEYSTONE / PETER KLAUNZER
«Ein erheblicher Teil der Gewalt ist importiert», erklärt Urbaniok im Interview mit der NZZ am Sonntag. Auswertungen von Kriminalstatistiken in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich zeigen laut Urbaniok, dass etwa Afghanen fünf- und Marokkaner achtmal häufiger wegen schwerer Gewalttaten angezeigt werden als Schweizer. Als Gründe nennt er kulturelle Unterschiede, insbesondere traditionelle Vorstellungen von Ehre und Männlichkeit, die selbst bei gutintegrierten Personen zu Eskalationen führen könnten.
Urbaniok schlägt vor, Asylverfahren künftig stärker an den Kriminalitätsraten der Herkunftsstaaten auszurichten. Aus Staaten mit auffällig hohen Gewaltquoten sollten Aufnahmeländer durch ein Kontingentsystem weniger Asylsuchende aufnehmen dürfen. Das derzeitige europäische Asylrecht ist laut Urbaniok überfordert und muss grundlegend reformiert werden.
Pauschalisierungsvorwürfe weist der parteilose Psychiater zurück: «Natürlich beeinflussen auch Bildung, Umfeld und Einkommen das Verhalten. Aber Herkunftsländer und ihre Kultur spielen eine entscheidende Rolle.»