Nachdem Israel einen Krieg längst angekündigt und die USA eine gewaltige Armada vor dem Iran bereitgestellt hatten, war der militärische Angriff absehbar. Schon Präsident Obama – wohl etwas naiv – hatte geglaubt, dass die Mullahs die Verträge einhalten würden, während Israel immer gewarnt hat. Trump ist dann aus diesem Vertrag ausgestiegen, weil er nicht funktionierte. Und so kam es – wie vorauszusehen war.
Anthony Anex/Keystone
Eine militärisch erstaunliche Leistung war die präzise Ausschaltung der obersten iranischen Führung. Offenbar wurde diese völlig überrascht. Sie war unbegreiflicherweise ungeschützt. Doch Islamisten wie die Herrscher im Iran haben eine ganz andere Werteordnung als wir. Im Westen ist die Abwehr darauf ausgerichtet, den Gegner abzuschrecken, indem dieser damit rechnen muss, getötet zu werden. Dem Islamisten ist es gleichgültig, getötet zu werden, ja er sucht sogar den Tod, um zum Märtyrer und im Jenseits entsprechend belohnt zu werden. Der 86-jährige Oberste Führer Ali Chameini starb in höchsten Ehren als Märtyrer.
Was sind die militärischen Strategien? Bei Israel ist sie als Sofortmassnahme klar: Irans Angriffswaffen, mit denen Israel bedroht wird, sind zu vernichten. Für die USA dürfte dies einstweilen deckungsgleich sein. Doch für die Fortsetzung stiessen die USA andere Töne aus. Etwas naiv haben sie die Stimmung im Iran falsch beurteilt. Sie überschätzten die grossen Demonstrationen gegen das dortige Regime. Doch der erwartete Umsturz blieb aus. Der getötete Präsident Chameini ist sofort durch seinen Sohn ersetzt worden. Die iranische Armee bombardiert Israel und umliegende Staaten. Mit dem gefährlichen Ziel, den Krieg eskalieren zu lassen. Für die Schweiz heisst das: Streng neutral bleiben, sonst landet unser Land auch im Krieg!