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Spielplätze sind Freiräume für Kinder: Doch die Stadt Köln will keine Spielplätze mehr, sondern «Spiel-, Bewegungs- und Aktionsflächen» für das ideologisch normierte Kind

«Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt» – heisst es bei Schiller. Man schlage nach in «Die ästhetische Erziehung des Menschen».

Schillers Kerngedanke: Der Mensch ist eingezwängt zwischen Natur und Ratio. Beide machen ihn unfrei. Die Natur zwingt den Menschen in die Kausalität. Die Ratio in das angeblich Vernünftige. Nur im Spiel ist der Mensch er selbst.

MARIUS BECKER / KEYSTONE
ARCHIV - 17
MARIUS BECKER / KEYSTONE

Der Platz zum Spielen, der Spielplatz, entstand folgerichtig an einem Ort, an dem die äusseren und inneren Zwänge in Stein gemauert sind: der modernen Grossstadt. Hier gab es keine Räume mehr dafür, ganz Mensch zu sein. Man musste äusseren und inneren Zwängen gehorchen.

Also schufen Sozialreformer ab Mitte des 19. Jahrhunderts Spielplätze. Hier sollten zumindest Kinder sich ganz im Spiel verlieren dürfen. Hier sollten Kinder ganz Mensch sein. Und ganz nebenbei etwas für ihre Gesundheit tun.

Doch Kinder sollen nicht mehr Mensch sein, sondern sozialpolitische Verfügungsmasse. Ideologisch geformt und weltanschaulich auf Linie gebracht. Deshalb muss man sie rechtzeitig indoktrinieren. Mit entsprechendem Spielmaterial oder Schulbüchern.

Die neuste politpädagogische Massnahme kommt nun aus Köln: Der Ausdruck «Spielplatz» sei nicht mehr zeitgemäss, heisst es dort. Man müsse einem «erweiterten Inklusionsgedanken» Rechnung tragen, der Nutzer verschiedenen Alters, unterschiedlicher kultureller Hintergründe und mit Beeinträchtigungen einschliesse.

Also heisst der Spielplatz in Köln nicht mehr Spielplatz, sondern «Spiel-, Bewegungs- und Aktionsfläche». Es ist ein Ausdruck wie aus Orwells Neusprech. Das Spiel ist nicht mehr gefragt, sondern weltanschauliche Schulung. Der Mensch darf nicht einfach nur Mensch sein. Er wird ersetzt durch Polit-Marionetten.

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