Die Zürcher FDP geht auf Konfrontation mit dem Schweizer Fernsehen: Parteipräsident Filippo Leutenegger kritisiert die SRF-Dokumentation «Wo-wo-Wohnungsnot – Das Zürcher Monopoly» als politisch unausgewogen und verlangt deren Löschung. Der 50-minütige «DOK»-Beitrag zur Wohnungskrise in Zürich-Altstetten sei einseitig und bevorzuge linke Stimmen, heisst es in einer offiziellen Beschwerde an die Ombudsstelle der SRG.
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Leutenegger, einst selbst Chefredaktor beim SRF, moniert insbesondere das Fehlen bürgerlicher Perspektiven. «Der Beitrag rollt den linken Aktivisten den Teppich aus, während bürgerliche Vertreter nur Staffage sind», zitiert ihn die NZZ. Besonders störend sei, dass die präsentierte Lösung – eine Verstaatlichung des Bodens – nicht eingeordnet worden sei. Er nennt die Doku eine «skandalöse, teure Reportage», die «wie ein linker Aktivistenbeitrag daherkommt».
Im Zentrum der Sendung steht ein umstrittenes Neubauprojekt in Zürich-Altstetten, bei dem 320 Kleinwohnungen durch rund 380 Familienwohnungen ersetzt werden sollen. Die Halter-Gruppe, welche das Projekt verantwortet, wird laut ihrem Verwaltungsratspräsidenten Balz Halter nicht angemessen vertreten. Im einstündigen Interview mit SRF sind laut Halter wesentliche Aussagen weggelassen worden.
SRF weist die Vorwürfe entschieden zurück. Die Ausgewogenheit des Beitrags ergebe sich aus dem Zusammenspiel aller im Film gezeigten Meinungen, heisst es in einer Stellungnahme.
Die Debatte fällt in eine politisch heikle Phase: Am 8. März finden in Zürich Parlamentswahlen statt, zudem stehen zwei wohnpolitische Initiativen zur Abstimmung. Die FDP befürchtet eine einseitige Beeinflussung des politischen Diskurses durch gebührenfinanzierte Medien.