Der Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) bereitet die Bevölkerung auf Kürzungen im deutschen Gesundheitssystem vor. Ziel sei es, Kosten zu senken und Strukturen effizienter zu gestalten. Im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte Frei: «Klar ist auch, dass manche Leistungen entfallen müssen, um das Gesundheitssystem günstiger zu machen, was in anderen Ländern auch funktioniert.» Die Bevölkerung werde dadurch «nicht kränker». Widerstände seien absehbar, aber «wir müssen das im Interesse des Ganzen durchsetzen».
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Frei kritisierte, Deutschland habe zwar «das teuerste Gesundheitssystem der Welt», aber keine überdurchschnittlich gesunde Bevölkerung. Besonders stört ihn die freie Arztwahl: Es könne «nicht so sein, dass bei uns jeder in einer – naturgemäss – eher laienhaften Betrachtung selbst entscheidet, zu welchem Facharzt er geht». Stattdessen solle ein Primärarzt, meist der Hausarzt, die Zuweisung übernehmen.
Auch die Pflegeversicherung sieht Frei unter Druck. Derzeit würden 86 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt – das werde sich ändern. Der stationäre Pflegebedarf werde steigen, prognostiziert der CDU-Politiker.