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Keine kritischen Nachfragen: Republik-Journalistin kassiert 1000 Franken bei EU-Freunden ab

Das Republik-Magazin ist angetreten, um die Demokratie zu retten. Nebenher moderieren deren Journalisten auch Podiumsdiskussionen, wie etwa die Europatagung, eine Selbsthilfe-Veranstaltung der noch verbliebenen EU-Enthusiasten.

An der letzten Ausgabe vom Dezember hat Republik-Bundeshausredaktorin Priscilla Imboden dafür 1000 Franken kassiert, wie sie auf Anfrage offenlegt. «Am Europatag war ich den ganzen Tag anwesend und habe zwei Podiumsdiskussionen moderiert, eines am Nachmittag mit Wirtschaftsvertretern und eines am Abend mit Politikerinnen und Politikern.»

Keine kritischen Nachfragen: Republik-Journalistin kassiert 1000 Franken bei EU-Freunden ab

Dass sich Journalisten bei der Rettung der Demokratie nach weiteren Einnahmequellen umsehen, mag ihnen vergönnt sein. Auch die 1000 Franken sind im Branchenvergleich alles andere als überrissen – zumal ein Teil des von der Europäischen Bewegung Schweiz organisierten Programms kostenpflichtig war (190 Franken für Nichtmitglieder der Europäischen Bewegung, 160 für Mitglieder) und nebst den Energiekonzernen Axpo, Alpiq und BKW auch Ypsomed oder Novartis als «Partner» angegeben sind.

Bemerkenswert hingegen war die Einseitigkeit der Veranstaltung. Auf den Podien waren ausschliesslich Befürworter einer Schweizer Anbindung an die EU zugegen. Imboden versuchte zwar, mit kritischen Inputs die Advocata Diaboli zu mimen, verzichtete aber auf kritische Nachfragen. FDP-Nationalrat und Milliardenerbe Simon Michel (Ypsomed) durfte etwa unwidersprochen behaupten, dass die GfS-Umfrage, wonach mehr als 80 Prozent der Schweizer die EU als «bürokratischen Moloch» betrachten, «getürkt» sei – also absichtlich manipuliert. Dabei befragte GfS hierzu fast 20.000 Personen.

Auch Mitte-Bundesrätin Viola Amherd durfte im Gespräch mit Imboden unwidersprochen insinuieren, dass die EU-Skepsis im Land nichts mit dem Gebaren oder der Verfasstheit der EU, sondern vor allem mit «gewissen Medien» zu tun habe. Einen Souveränitätsverlust befürchtet Amherd nicht. Die Sanktionen, die die EU gegen die Schweiz ergreifen kann, falls die Stimmbevölkerung deren Recht nicht automatisch übernehmen will, wurden mit keiner Silbe erwähnt.

Dass so viel Nähe bei so grosser Einseitigkeit für die Vorstellung von unabhängigem Journalismus nicht förderlich ist, scheint Imboden indes selbst gemerkt zu haben. Gemäss eigenen Angaben hatte sie Amherd die Fragen im Vorfeld nicht vorgelegt – «entgegen den Wünschen des Departements». Aus demokratiepolitischer Sicht muss man von Glück reden, dass sich Amherd gleichwohl den Fragen der wohlwollenden Moderatorin gestellt hat.

Ein paar Tage später, als die Bundespräsidentin neben EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen den angeblich erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen verkündete, waren gar keine Journalistenfragen mehr erlaubt.

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