Nach dem Zollhammer von US-Präsident Donald Trump platzte Reto Nause der Kragen. Er werde seine Kaufentscheide künftig «radikal überdenken» und auf US-Produkte verzichten, sagte der Berner Mitte-Nationalrat im August und forderte alle auf, es ihm gleichzutun. «Die Masse der Schweizer Konsumenten kann vielleicht eine Reaktion auslösen.»
© KEYSTONE / TIL BUERGY
Die Börse in New York reagierte nicht auf Nauses Boykott-Aufruf. Ob und wie Trump darauf reagiert hat, ist nicht überliefert. Derweil haben sich die US-Regierung und der Bundesrat auf eine Absichtserklärung geeinigt. Schweizer Privatunternehmen zeigen sich bereit, 200 Milliarden in den USA zu investieren. Die Zölle sollen im Gegenzug runter von 39 auf 15 Prozent.
Nause zeigt sich vom «teuren und unfairen» Deal wenig beeindruckt und kündigt an, diesen im Parlament zu bekämpfen. Zudem hält der Mitte-Politiker an seinem Boykott fest. Er habe seit August keine Kleider, keine Schuhe und keinen Food aus den USA mehr gekauft, schreibt Nause auf Nachfrage der Weltwoche.
«Ferner muss ich in absehbarer Zeit ein neues Handy beschaffen. Hier evaluiere ich europäische Alternativen zum iPhone: Fairphone, Emporia, HMD Global.» Bei den Dienstleistungen stösst Nauses Boykott derweil an Grenzen. Es sei schwierig, im Alltag auf die Apple-Cloud oder auf Software von Microsoft zu verzichten, so Nause.