Ein israelischer Luftangriff auf iranische Ölinfrastruktur hat laut Medienberichten in den USA für Irritationen gesorgt. Nach Angaben des US-Portals Axios waren selbst amerikanische Regierungsstellen vom Ausmass der Attacken überrascht.
Demnach griff die israelische Luftwaffe in der Nacht zum Samstag rund dreissig Treibstofflager im Iran an. Über Teilen von Teheran stieg dichter schwarzer Rauch auf. Ein Augenzeuge beschrieb die Szene gegenüber der BBC mit den Worten: «Es war, als würde der Tag zur Nacht.»
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Zwar habe Israel das US-Militär im Voraus über den Angriff informiert, berichtete Axios unter Berufung auf amerikanische Regierungsvertreter. Washington sei jedoch über die Intensität der Operation überrascht gewesen. Ein ranghoher US-Beamter sagte demnach: «Wir halten das für keine gute Idee.»
Besonders Sorgen bereiten der US-Regierung mögliche Folgen für den Energiemarkt. Laut US-Energieminister Chris Wright zielen die Vereinigten Staaten nicht auf die Energieinfrastruktur des Iran. Israel begründete die Angriffe dagegen damit, dass die zerstörten Öllager auch das iranische Militär versorgten.
Die Angriffe zeigten rasch wirtschaftliche Auswirkungen. Der Ölpreis stieg zeitweise auf fast 120 Dollar pro Barrel, während asiatische Börsen unter Druck gerieten. US-Präsident Donald Trump versuchte die Märkte zu beruhigen und erklärte auf seiner Plattform Truth Social, die Preise würden «rasch fallen», sobald die iranische Atomgefahr beseitigt sei.
Hinter den Kulissen heisst es laut Axios jedoch, Trump stehe den Angriffen kritisch gegenüber. Ein Berater sagte demnach, der Präsident wolle «das Öl retten» und fürchte steigende Benzinpreise in den USA.
Teheran reagierte unterdessen mit Drohungen. Sollten die Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur fortgesetzt werden, könnten ähnliche Attacken in der Region folgen. In diesem Fall könnten die Ölpreise nach iranischer Einschätzung sogar auf 200 Dollar pro Barrel steigen.