Laut dem Datenanalysten Kpler verfügt Kuba noch über Ölreserven für fünfzehn bis zwanzig Tage. 2025 importierte die letzte Insel des real existierenden Surrealismus noch im Schnitt 37.000 Barrel pro Tag. Seit dem Wegfall Venezuelas und dem Einknicken Mexikos unter amerikanischem Druck ist das in diesem Jahr auf 3000 Barrel gefallen.
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Kuba selbst verfügt noch über Reserven von ungefähr 460.000 Barrel. Rohöl, Heizöl, Benzin, alles wird knapp und knapper. Es ist ein perfekter Sturm. In besseren Zeiten besserte Kuba seine Devisenbilanz mit Weiterverkäufen von venezolanischem Öl auf. Vorbei. Deviseneinnahmequelle Nummer zwei, der Tourismus, bricht zusammen. Wer will schon auf eine Insel mit täglichen stundenlangen Stromausfällen, langen Schlangen vor Tankstellen und wackeliger Versorgung mit Lebensmitteln?
Einzig die rimesas, die Geldüberweisungen von Exilkubanern, funktionieren noch einigermassen. Während die Einnahmen aus der Vermietung von Fachkräften ins Ausland ebenfalls immer weniger werden. Hinzu kommt eine Lebensmittelkrise, eine völlig verrottete Infrastruktur; das Gesundheits- und das Schulsystem pfeifen aus dem letzten Loch.
Garant für den Systemerhalt ist das Militär, das mit dem Moloch Gaesa (Unternehmensverwaltungsgruppe) die gesamte Trümmerlandschaft der Wirtschaft kontrolliert. Tourismus, Hotels, Luftfahrt, Banken, Dienstleistungen, Import/Export, Joint Ventures. Eine Dunkelkammer und Brutstätte von Korruption.
Selbst wenn Ölimporte wieder sprudeln würden: Die acht thermischen Kraftwerke sind dermassen marode, dass sie nicht nur aus Mangel an Heizöl ständig ausfallen. Schon Fidel Castro sprach Anfang der neunziger Jahre von der opción zero. Nulloption, die Bevölkerung verlässt die Städte und zieht aufs Land. Agrarwirtschaft, Tauschhandel. Ob den Kubanern das erspart bleibt?