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«Kein einziges Kind wurde entführt»: Russlands Chefunterhändler Medinski weist Namenliste aus Kiew zurück

Während der zweiten direkten Verhandlungsrunde zwischen Russland und der Ukraine in Istanbul hat Kiew eine Liste mit 339 Namen von Kindern übergeben, die laut ukrainischen Angaben gewaltsam nach Russland deportiert worden sind. Die Rückführung dieser Kinder sei ein zentraler Punkt für einen möglichen Waffenstillstand, erklärte der ukrainische Delegationsleiter Rustem Umjerow. «Wenn Russland wirklich an einem Friedensprozess interessiert ist, ist die Rückgabe zumindest der Hälfte dieser Kinder ein positives Zeichen», sagte er laut dem Sender Euronews.

TOLGA BOZOGLU / KEYSTONE
epa12151207 Vladimir Medinsky (C), head of the Russian delegation, delivers a statement to press after the second meeting between Russian and Ukranian delegations for peace talks in Istanbul, Turkey, 02 June 2025
TOLGA BOZOGLU / KEYSTONE

Die russische Delegation wies die Vorwürfe als Propaganda zurück. Delegationschef Wladimir Medinski bezeichnete das ukrainische Vorgehen als «Show für gutherzige Europäer» und kündigte eine Einzelfallprüfung jedes Namens an. Dabei stellte er in Frage, ob sich die Kinder überhaupt auf russischem Gebiet befinden: «Vielleicht sind sie in der Ukraine, vielleicht irgendwo anders, vielleicht in Norwegen.»

«Kein einziges Kind wurde entführt», sagte Chefunterhändler Medinski, berichtet die russische Nachrichtenagentur Tass. Vielmehr seien Kinder unter Lebensgefahr von russischen Soldaten aus umkämpften Gebieten evakuiert worden. Aktuell arbeiteten Sozialarbeiter daran, die Minderjährigen mit ihren Familien zu vereinen.

Medinski sprach von einer «schmutzigen politischen Kampagne», die auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werde. Laut russischen Angaben sind aktuell zehn Fälle vorbereitet, bei denen eine Rückführung zu den Eltern unmittelbar bevorsteht. Zudem sollen neun Kinder nach Russland gebracht werden, da sich ihre Eltern bereits dort aufhalten.

Laut Angaben aus Kiew haben russische Stellen bisher über 19.500 ukrainische Kinder verschleppt, von denen erst 1350 zurückgeführt werden konnten – jeweils durch Vermittlung von Drittstaaten wie Katar, Südafrika oder dem Vatikan. Dass die Liste nur 339 Namen enthält, begründet Kiew mit dem Risiko russischer Verzögerungstaktiken und Versuchen, die Identitäten der Kinder weiter zu verschleiern.

Interne Quellen würden zeigen, dass Moskau genau wisse, wo sich die betroffenen Kinder aufhalten. Die Liste umfasse auch Kinder, die sich noch auf von Russland besetzten ukrainischen Gebieten befinden. Der US-Think-Tank ISW sieht in der Deportation eine bewusste Strategie des Kreml. Angeblich sollen Dokumente belegen, dass bereits vor dem Krieg systematische Entführungen geplant worden sind.

Das nächste Treffen zwischen den Kriegsparteien ist für Ende Juni angesetzt.

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