Die deutsche Bundesregierung bereitet nun doch Rückholflüge für gestrandete Staatsbürger im Nahen Osten vor. Geplant sind Charter-Maschinen nach Maskat im Oman und nach Riad in Saudi-Arabien, wo die Lufträume noch offen sind. Aussenminister Johann Wadephul sprach nach eigenen Angaben mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr; die Airline verfüge grundsätzlich über Kapazitäten. Auch mit TUI und dem Deutschen Reiseverband steht die Regierung in Kontakt.
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Am Sonntagnachmittag hatte Wadephul staatlich organisierte Rückflüge noch ausgeschlossen. Nun sagte er: «Wir wollen Deutschen helfen, nach Hause zu kommen». Vorrang bei einer Evakuierung sollen besonders verletzliche Personen erhalten, darunter Kinder, Kranke und Schwangere. Die Regierung kann zivile Charterflugzeuge auf Steuerzahlerkosten einsetzen und im äussersten Fall auf Maschinen der Bundeswehr zurückgreifen. Wie viele Menschen über die vorgesehenen Drehkreuze ausgeflogen werden können, ist noch unklar.
Das Auswärtige Amt geht von einer mittleren fünfstelligen Zahl betroffener Reisender aus, rund 30.000 Personen könnten feststecken. Viele warten wegen gesperrter Lufträume an Flughäfen oder auf Kreuzfahrtschiffen. Betroffene sollen sich in der Krisenvorsorgeliste registrieren und gleichzeitig kommerzielle Ausreisemöglichkeiten prüfen.