Klima, Corona, Ukraine-Krieg – so gut wie nie passte ein Blatt zwischen offizielle Regierungslinie und die Initiatoren der öffentlichen Meinungen. Das politische Berlin, der ÖRR, die traditionellen Medien und der vorgelagerte Kulturbetrieb zogen ideologisch immer an einem Strang.
Ein Thema jedoch hat diese unheilige Allianz zerbrochen: Israel und sein Krieg gegen die Hamas. Die Solidarität mit Israel gehört aus gutem Grund zur deutschen Staatsräson. Nicht nur aus historischen Gründen – das zu behaupten, wäre feige. Sondern weil Israel ein Bollwerk des Westens ist, eine Bastion von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Würde Israel fallen, wäre der Westen in äusserster Gefahr.
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Ganz anders sehen das naturgemäss die linken Meinungsmonopolisten. Hier gilt Israel als der letzte rassistische Kolonialstaat. Wohl wissend, welche Bedeutung Israel hat, versucht man es gezielt zu kriminalisieren. Nach dem Motto: Ziele auf Israel, treffe den Westen, seine Demokratie, seine Freiheit, seinen Wohlstand.
Wie schnell und mit welcher Vehemenz – ausgehend von den Universitäten – sich dieser als Israel-Kritik tarnende Judenhass in Deutschland Bahn gebrochen hat, muss selbst jene schockieren, denen der ritualisierte Anti-Antisemitismus in Deutschland schon immer doppelbödig und heuchlerisch erschien.
Friedrich Merz hat diesem glühenden Hass auf alles Jüdische mutig widerstanden. Bis heute. Mit seiner Ankündigung, Waffenlieferungen an Israel einzuschränken, ist Merz einmal mehr vor dem linken Justemilieu eingeknickt. Eine in mehrfacher Hinsicht gefährliche Entwicklung. Denn Merz’ Schritt schwächt Israel politisch. Vor allem aber ist es ein unsägliches Signal nach innen. Es ist eine Kapitulation vor jenem tobenden Antisemitenmob, dessen Füsse nicht in Springerstiefeln stecken, sondern der (biodeutsche Variante) mit Veja-Sneakern und Lastenrad zum Biosupermarkt radelt oder (migrantische Version) in Neukölln die Hamas-Fahnen schwenkt.