Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich schützend vor seinen umstrittenen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer gestellt. In einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Sender ARD erklärte Merz am Rande des G-20-Gipfels in Johannesburg: «Die Vorwürfe, die gegen Wolfram Weimer erhoben worden sind, haben sich alle als falsch erwiesen.»
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Zuvor war Weimer in die Kritik geraten, weil seine Firma, die Weimer Media Group, beim Ludwig-Erhard-Gipfel exklusive Teilnahmepakete angeboten hatte – verbunden mit dem Versprechen, so «Einfluss auf politische Entscheidungsträger» nehmen zu können. Die Pakete kosteten mehrere Zehntausend Euro. Kritiker warfen dem CDU-Politiker vor, wirtschaftliche Interessen mit politischer Nähe zu vermengen.
Als Reaktion auf die Debatte kündigte Weimer an, seine Anteile an der Firma einem Treuhänder zu übergeben. Zudem habe er sich bereits im Frühjahr aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, wie es heisst. Kanzler Merz verteidigte die Teilnahme an dem Gipfel: «Das ist eine Veranstaltung, wie sie zahlreiche andere Medienverlage im gleichen Format regelmässig machen.»
Merz hob hervor, Weimer sei kein Geschäftsführer mehr und halte nun auch keine Anteile mehr – «obwohl er das nicht hätte machen müssen». Aus Sicht des Kanzlers sind damit alle Zweifel ausgeräumt. «Dass er nun von ganz links und von ganz rechts unter Feuer genommen wird, das bestätigt mich eher in meiner Einschätzung, dass er gute Arbeit macht.»