In der westkanadischen Provinz Alberta fordern Aktivisten die Abspaltung vom Staatsverband und suchen offen die Nähe zur US-Regierung. Premier David Eby aus British Columbia nannte das Vorgehen «Hochverrat». In einem Fernsehinterview sagte er: «In ein fremdes Land zu gehen und um Hilfe zu bitten, um Kanada zu spalten – dafür gibt es ein altmodisches Wort, und dieses Wort ist Hochverrat.»
Auch Ontarios Premier Doug Ford reagierte scharf: «Er will Kanada – und das wird nicht passieren. Wir werden mit jedem Mittel kämpfen, das wir haben», zitiert Politico den Politiker mit Blick auf US-Präsident Donald Trump.
Der kanadische Premierminister Mark Carney forderte die USA auf, sich nicht in die inneren Angelegenheiten Kanadas einzumischen: «Wir erwarten, dass die US-Regierung die kanadische Souveränität respektiert.»
Die Bewegung Alberta Prosperity Project sammelt derzeit Unterschriften für ein Unabhängigkeitsreferendum und sucht laut eigenen Angaben in den USA sogar finanzielle Unterstützung in Milliardenhöhe. Ziel sei eine «Verfassung für Alberta, von und mit den Albertanern».
Alberta gilt als wirtschaftliches Rückgrat Kanadas, reich an Öl und Gas, politisch konservativ und oft im Konflikt mit den liberalen Regierungen in Ottawa. Die Separatisten werfen der Regierung vor, ihre Provinz mit Klimavorgaben und Steuern zu benachteiligen.