Es stockt einem der Atem, wenn die Überlebenden des Infernos über die fatale Neujahrsnacht sprechen. Chaos, Panik, Hitze, Hölle – die Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS ist zu einer Todesfalle geworden. Instinkt und pures Glück entscheiden über Leben und Tod. Über hundert Personen wurden verletzt, viele davon schwer. Mindestens vierzig Menschen sind gestorben.
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In den sozialen Medien kursieren verschiedene Interviews mit Direktbetroffenen. Dabei wird klar, wie jung das Publikum in der Bar war. Um die zwanzig, viele waren gar minderjährig, die jüngsten Jahrgänge der Gen Z. Seit Generationen gilt die Bar als Ort, an dem sich junge Einheimische mit ihren Altersgenossen vor allem aus Italien und Frankreich treffen. Viele Festtagsgäste kommen seit Generationen nach Crans-Montana.
In der Bar wurden aus flüchtigen Bekanntschaften Freundschaften, «eine Gemeinschaft», wie es der sichtlich bewegte Kurdirektor Jean-Daniel Clivaz bei RTS sagte. Umso berührender ist der Appell von Clivaz an die ganze Destination, dass es weitergehen muss. Anlass zur Hoffnung gibt es: Im Internet kursieren Berichte von sehr jungen Menschen, die per Zufall Zeugen des Dramas wurden und unverzüglich damit begannen, die Einsatzkräfte behelfsmässig zu unterstützen.
Demnach haben sie die Verletzten, oft halbnackt, in warme Räumlichkeiten gebracht. Sie haben Decken besorgt, Kleider, Schuhe. Sie haben mit den Verletzten gesprochen, damit diese bei Bewusstsein bleiben. Andere stiegen so weit wie möglich in die Bar, um Leben zu retten. Eine Frau, keine 2zwanzig, berichtet, wie ein Junge sie herausgezogen hatte, während neben ihr Menschen brannten.
Sie, ihr Retter und alle Betroffenen werden diese Tragödie nie vergessen. Für viele von ihnen gibt es ein junges, ein jugendliches Leben vor und ein Leben nach dieser Silvesternacht. Bundespräsident Guy Parmelin (66) hat den Generationenaspekt bewusst angesprochen und im Namen der Landesregierung den Jugendlichen die Ehre erwiesen.