So präsent war der Bündner Nationalrat Jon Pult (SP) nicht einmal, als er Bundesratskandidat war. In Kurzvideos weibelt er seit Wochen gegen die Halbierungs-Initiative, in der «Arena» zum Thema ereiferte er sich in den höchsten Tönen.
Dass ein Teil der Unternehmen nach wie vor Serafe-Gebühren bezahlt, obwohl deren Angestellte das bereits privat tun, hält Pult für halb so wild. Man könne doch nicht Information, Sport, Kultur und anderes schwächen, nur «um etwas weniger zu bezahlen».
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Dass Pult es nicht lustig fände, wenn die SRG mit weniger Geld auskommen müsste, glaubt man gern. Seine Motivation dürfte nicht rein politischer Natur sein.
Zum einen ist er für die Zürcher Kommunikationsagentur Feinheit tätig. Nach vielen Jahren als Berater amtet er heute als deren Verwaltungsratspräsident.
Feinheit ist für den Webauftritt der SRG Deutschschweiz zuständig, einer der vier Regionalgesellschaften des Vereins SRG SSR. Konzept, Layout und Programmierung stammen von der Firma. Diese führt die SRG auch auf der eigenen Webseite unter «Unsere Kundschaft» stolz auf.
Die Arbeitsbeziehung scheint anhaltend: Als die SRG-Website kürzlich kurz down war, verwies die Fehlermeldung auf die Feinheit AG.
Ausserdem ist Jon Pult mit der Journalistin Sara Ibrahim verheiratet. Sie arbeitet bei Swissinfo, dem internationalen Onlinedienst der SRG, der ebenfalls aus den Haushaltsgebühren finanziert wird.
Für den SP-Nationalrat wären verstärkte Sparbemühungen beim Staatsfunk also besonders ärgerlich. Potenziell gefährdet sind Aufträge für seine Firma und der Job seiner Frau.