Die Damendelegation aus dem Schweizer Parlament (sekundiert von Frauen aus den Wirtschaftsverbänden, der Wirtschaft und der Verwaltung) beehrt dieser Tage die Vereinigten Staaten von Amerika. Dem Sonntagsblick («Jetzt kommen die Frauen») war zu entnehmen, dass diese die Reise bereits im letzten Jahr geplant habe – in der festen Überzeugung, dass jetzt, im Oktober 2025, die Demokratin Kamala Harris als 47. Präsidentin der USA amtieren würde.
Instragram/speakerpelosi
Diese Planung der überparteilichen Schweizer Politikerinnen hat sich bekanntlich als falsch erwiesen. Was sie aber nicht abhielt, dennoch über den Atlantik zu reisen. In den Departementen, die sich mit dem Zollkonflikt auseinandersetzen, verfolgt man diese Reise hörbar ohne Begeisterung und hofft, die Laiendelegation werde in dieser heiklen Phase der diplomatischen Beziehungen zumindest kein Geschirr zerschlagen.
Diese Hoffnung hat sich als vergeblich erwiesen. Die helvetische Frauengruppe um Nationalratspräsidentin Maja Riniker (FDP) organisierte ausgerechnet ein Treffen mit der Demokratin Nancy Pelosi, ehemalige Speakerin des Repräsentantenhauses. Also mit jener Person, welche US-Präsident Donald Trump unter seinen politischen Gegnern so ziemlich am meisten hasst. Pelosi hat schon in Trumps erster Amtszeit versucht, diesen durch ein Impeachment aus dem Amt zu verjagen. Einen Tiefpunkt an politischem Stil markierte die linke Langzeit-Politikerin aus San Francisco, als sie 2020 Trumps Rede zum Zustand der Nation demonstrativ zerriss.

Dass bei einem solchen Frauentreffen gegen jedes Interesse der Schweizer Wirtschaft und der hiesigen Arbeitsplätze auch noch Economiesuisse-Direktorin Monika Rühl teilgenommen hat, schlägt dem Fass den Boden aus. Auch Regine Sauter (FDP), Präsidentin der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft des Kantons Zürich, hätte man ein besseres Gespür zugetraut. Verfolgt die Gruppe eigentlich irgendeinen Plan? Liegt der Planung irgendein Konzept zugrunde?
Das übrige Programm der Besucherinnengruppe präsentiert sich ebenfalls einigermassen erbärmlich. In Houston, Texas, folgten Maja Riniker und ihr Gefolge einer Ansprache des früheren republikanischen Aussenministers Mike Pompeo. Er schrieb darüber, es habe sich um ein «grosses Gespräch» unter «grossen Amerikanern» gehandelt. Dass auch einige kleine Schweizerinnen dabei waren, ist ihm möglicherweise entgangen.
Die Frage ist, was die hiesigen Politikerinnen von Mike Pompeo lernen wollen. Wie man den Irakkrieg und die Folter befürwortet? Aus welch hehren Gründen man das Gefangenenlager Guantanamo weiterbetreibt? Dass Putin allein verantwortlich dafür ist, dass es im Osten Europas keine Ruhe gibt, wussten die Schweizerinnen schon zuvor.
Spätestens seit Präsident Donald Trump dem Aussenminister seiner ersten Amtszeit den Personenschutz entzogen hat, hätte eigentlich auch die gegenwärtige Schweizer Parlamentarier-Delegation merken können: Mike Pompeo ist kein Mann der Zukunft.