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Javier Milei erfüllt sein wichtigstes Wahlversprechen: Ab Montag können die Argentinier frei Devisen wechseln. Ein riskantes Unterfangen

Lima – Ein Jahr und vier Monate gingen ins Land, bis die Regierung Milei den verhassten cepo auf den Abfallhaufen der Geschichte entsorgte. Ab Montag können die Argentinier in der Währung ihrer freien Wahl sparen oder Geschäfte tätigen. In der Regel wird dies der Dollar sein.

JUAN IGNACIO RONCORONI / KEYSTONE
epa12005343 Argentina's President Javier Milei participates in a tribute commemorating the 43rd anniversary of the Falklands War in Buenos Aires, Argentina, 02 April 2025
JUAN IGNACIO RONCORONI / KEYSTONE

Die Ankündigung erfolgte bereits am Freitagabend. Viele befürchten eine massive Entwertung des Peso, der Landeswährung, deren Wert mit dem cepo bislang künstlich aufrechterhalten wurde.

Tatsächlich geht die Regierung Milei ein grosses Risiko ein. Denn ein Zerfall des Peso könnte die Inflation anheizen und die Armutsquote wieder steigen lassen. Dadurch würden die zwei vielleicht grössten bisherigen Erfolge von Milei zunichte gemacht. Viele Analysten hatten deshalb darauf spekuliert, dass die Devisen-Befreiung erst nach den Zwischenwahlen im Oktober erfolge.

Doch Milei hatte nicht nur Freiheit versprochen, sondern auch Respekt vor dem Eigentum. Eine sofortige Aufhebung des cepo hätte zu einer faktischen Enteignung aller Peso-Guthaben geführt, die er um jeden Preis vermeiden wollte. Milei hatte aber auch mehrfach versprochen, sich niemals von wahltaktischen Überlegungen leiten zu lassen. Bislang hat er Wort gehalten, in allen Punkten.

Der Befreiungsschlag war von langer Hand vorbereitet und ist gut abgefedert. Mit einer knallharten Budgetdisziplin brachte Milei zuerst den Staatshaushalt in Ordnung, die Inflation ist unter Kontrolle, Deregulierungen haben die Wirtschaft und vor allem den Export angekurbelt.

Seit über einem Jahr sinkt die Differenz zwischen dem offiziellen Dollar-Kurs und dem Schwarzmarkt sukzessive. Der IWF hat Argentinien soeben einen Kredit von zwanzig Milliarden Dollar zugesagt. Ein Teil dieses Geldes soll auf den Devisenmarkt geworfen werden, um die Nachfrage zu besänftigen.

Argentinien ist damit noch lange nicht aus dem Schneider. Ein gigantischer Schuldenberg aus Jahrzehnten verantwortungsloser Linkspolitik lastet auf dem Land. Diverse Rückzahlungen stehen an. Doch auch in diesem Punkt bleibt Milei seinen Versprechen treu: Die Schulden werden beglichen.

Das südamerikanische Land setzt damit auf Tugenden, die einst für Deutschland galten: Austerität, Redlichkeit, Pragmatismus, Verlässlichkeit. Die Aufhebung des cepo wird eine Art Lackmustest sein: Reagieren die Märkte gelassen, können die Argentinier auf eine blühende Zukunft hoffen.

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