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Jahrzehntelang waren Peter Bodenmann und Rudolf Strahm politische Erzfeinde. Nun eint sie ausgerechnet die Kritik an der heutigen SP-Spitze um Cédric Wermuth und Mattea Meyer – ein spätes Bündnis zweier alter Streithähne

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Jahrzehntelang waren Peter Bodenmann und Rudolf Strahm politische Erzfeinde. Nun eint sie ausgerechnet die Kritik an der heutigen SP-Spitze um Cédric Wermuth und Mattea Meyer – ein spätes Bündnis zweier alter Streithähne
Jahrzehntelang waren Peter Bodenmann und Rudolf Strahm politische Erzfeinde. Nun eint sie ausgerechnet die Kritik an der heutigen SP-Spitze um Cédric Wermuth und Mattea Meyer – ein spätes Bündnis zweier alter Streithähne
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Peter Bodenmann und Rudolf Strahm – zwei Namen, die in der Geschichte der Schweizer Sozialdemokratie für Streit, Schärfe und klare Kanten stehen. Jahrzehntelang verband sie eine Feindschaft, die fast schon legendär war. Strahm, der nüchterne Ökonom und ehemalige Preisüberwacher, galt als Pragmatiker, der Politik als Handwerk verstand. Bodenmann, der frühere SP-Präsident und wortgewaltige Walliser, war das genaue Gegenteil: ein Stratege mit Instinkt – aber auch mit Lust an der Provokation.

Montage der Weltwoche
Rudolf Strahm und Peter Bodenmann
Montage der Weltwoche

Ihre gegenseitige Kritik war stets persönlich gefärbt: Strahm hielt Bodenmann für einen Populisten, Bodenmann sah in Strahm den angepassten Technokraten.

Doch nun, Jahrzehnte später, finden sich die beiden ausgerechnet in einem Punkt einig – in ihrer Unzufriedenheit mit der aktuellen SP-Führung. Die Doppelspitze Wermuth/Meyer, stark geprägt von der Juso-Generation, sorgt bei den Altlinken für Kopfschütteln. Strahm kritisiert vor allem die Haltung der Partei zur Zuwanderung. Er versteht nicht, weshalb Wermuth und Co. die Migration vorbehaltlos feiern, ohne die sozialen Spannungen zu thematisieren, die sie mit sich bringt: Lohndruck, Wohnungsnot, Verdrängung. Für Strahm ist das eine Entfremdung von der Arbeiterbasis, die einst das Rückgrat der SP bildete.

Bodenmann wiederum stört sich an der intellektuellen Abgehobenheit der heutigen Parteielite. In seinen Kolumnen teilt er regelmässig gegen das, wie er es nennt, «linke Moralistentum», aus. Er sieht eine Partei, die sich in urbanen Milieus und akademischen Diskursen verliert, statt konkrete Antworten für die Mittelschicht und die ländlichen Regionen zu liefern. Für ihn hat die SP den Kontakt zu jenen verloren, die sie eigentlich vertreten sollte.

Dass ausgerechnet diese beiden alten Streithähne nun im selben Chor singen, ist beinahe ironisch. Freunde werden sie kaum – dafür sind ihre Egos und Biografien zu unterschiedlich. Doch vielleicht eint sie im Alter die Einsicht, dass ihre Partei Gefahr läuft, sich in ideologischen Nischen zu verlieren. Zwischen dem Berner Strahm und dem Walliser Bodenmann ist eine Annäherung jedenfalls nicht ausgeschlossen. Ein Treffen wäre leicht möglich – dank dem Lötschbergtunnel, der ihre beiden Welten heute in kurzer Zeit verbindet. Vielleicht braucht es gar nicht mehr, um nach all den Jahren wieder miteinander ins Gespräch zu kommen.

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