Die Lage im Nahen Osten, verschärft durch die Angriffe der USA und Israels auf den Iran, lässt die Alarmglocken schrillen. Es stellt sich die existenzielle Frage: Ist der Nahe Osten der neue Balkan? Stehen wir vor einer Situation, die jener vor dem Ersten Weltkrieg gespenstisch ähnelt?
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Es gibt Horrorszenarien, die man nicht einfach als Schwarzmalerei abtun darf. Wenn mehrere Kriege gleichzeitig lodern, entsteht eine irrationale Eigendynamik, ein Flächenbrand, den niemand mehr kontrollieren kann. Und was machen unsere Staatschefs? Ein Macron, ein Merz, die Spitzen der EU – sie schütten Öl ins Feuer. Mit ihrer «Weltretterrhetorik» und ihrem «Solidaritätsgesülze» gaukeln sie eine Sicherheit vor, die es nicht gibt.
Donald Trump, der Realpolitiker, hat das Spiel durchschaut. Er fordert nun die Nato-Partner auf, sich an der Sicherung der Strasse von Hormus zu beteiligen. Und plötzlich zeigt sich die Fadenscheinigkeit der europäischen «Wertepolitik»: Wenn es hart auf hart geht, wenn der transatlantische Musterknabe tatsächlich Farbe bekennen müsste, dann schleichen sich alle vom Acker.
Besonders abstossend ist die Heuchelei beim Thema Völkerrecht. Im Ukraine-Krieg war es eine unverhandelbare, unverrückbare objektive Grösse. Jetzt, wo die Amerikaner und Israelis zuschlagen, wird es plötzlich biegsam. Da wird argumentiert, es gäbe moralische Postulate, die höher stünden als das Recht. Wenn eine Rakete ein Spital in der Ukraine trifft, ist es ein absolutes Kriegsverbrechen; wenn im Iran eine Mädchenschule bombardiert wird, ist das laut Leitmedien kein Kriegsverbrechen, aber ein Grund für Mitgefühl.
Wie gross ist das Risiko? Wir sind keine Propheten. Aber man muss das Worst-Case-Szenario ernst nehmen. Anders als vor 1914 gibt es bei Mächten wie China und Russland noch eine gewisse realpolitische Rationalität – sie scheinen nicht zwanghaft in einen imperialen Ablösungskampf ziehen zu wollen. Doch der Iran ist ein Land mit gewaltigem Waffenarsenal und einem religiösen Opferbewusstsein, das man im Westen kaum mehr begreifen kann.
Für die Schweiz kann die Antwort daher nur lauten: Zurück zur umfassenden, immerwährenden und bewaffneten Neutralität. Jede Annäherung an die Nato ist der reine nackte Wahnsinn, eine Einladung, in diese globalen Konflikte hineingezogen zu werden.