Weltschmerz bei den Schweizer Sozialisten. Die SP-Spitze sieht im US-Präsidenten Donald Trump den neuen Mussolini und/oder Hitler. Man müsse zwar sehr vorsichtig sein mit solchen Begriffen und Vergleichen, betonen Cédric Wermuth und Mattea Meyer in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger. Aber man könne gar nicht anders, als das, was in den USA geschehe, als Neofaschismus zu bezeichnen.
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Trumps Politik erfülle alle Kriterien, so Wermuth: «vom Opferkult über den Ultra-Nationalismus bis hin zur Glorifizierung der männlichen Industriearbeit.» Wenn man nach dieser Faschismus-Definition des Langzeit-Studenten gehen will, geraten auch die Sozis unter Verdacht. Opferkult ist quasi die DNA der Linken. Für die Wochenzeitung ist selbst ein Afghane, der wegen versuchter schwerer Körperverletzung rechtmässig des Landes verwiesen wurde, ein «Bauernopfer».
Auch bei der Glorifizierung der männlichen Industriearbeit steht Wermuth Trump in nichts nach. Erst im Dezember stimmte die SP im Parlament für die staatlichen Nothilfen für Stahl- und Aluminiumbetriebe in Gerlafingen, Emmenbrücke oder Siders. Diese sind unter anderem wegen der hohen Energiepreise in Bedrängnis geraten – die wiederum auf die schlechte Energiepolitik der Linken zurückzuführen sind.
Sie SP verursacht ein Problem, um es danach mit Staatseingriffen zu «lösen», und nennt Trump einen Neofaschisten, wenn dieser mit seinen Schutzzöllen das gleiche Ziel verfolgt. Da stellt sich die Frage: Ist Wermuth ein Fascho – oder doch einfach nur ein scheinheiliger Populist?