Wer als Anleger eine zittrige Hand hat, den hat der Angriff Israels auf den Iran einen ordentlichen Schreck versetzt: Gold, was ja immer der sichere Hafen für Menschen ist, die ihr Geld parken und nicht darüber nachdenken wollen, klettert auf einen Höchststand. Der Schweizer Franken, den diejenigen lieben, die das Auf und Ab der Währungen nur schlecht ertragen können, erreicht gegenüber dem Dollar Höhenflüge. Der deutsche Leitindex DAX purzelt von seinem Thron, das Schweizer Gegenstück, der SMI, macht auf seiner langen Seitwärtsstrecke einen Knick nach unten, der Dow Jones in den USA taucht richtig ab. Das Öl macht einen Sprung nach oben. Und der Bitcoin, ein notorisch unzuverlässiger Geselle, verschwindet im Keller. So sieht Krise an den Finanzmärkten aus.
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Mit etwas Abstand relativiert sich die Sicht spürbar: Der Goldpreis ist seit einem Jahr um 50 Prozent gestiegen, jetzt steigt er eben weiter. Der Franken spielt seine Stabilität aus. Der DAX macht nur eine Pause und landet kurz unter seinem historischen Höchststand. SMI und Dow performen in diesem Jahr sowieso nicht doll. Das Öl ist weit entfernt von seinen Höchstständen und im Vergleich noch immer billig. Und der Bitcoin flattert seit seinem Bestehen wie ein Fähnchen im Wind.
Panik sieht also anders aus, was daran liegt, dass der Iran seit Jahren ein isoliertes Land ist. Seine Rohstoffe unterliegen dem US-Embargo, als Handelspartner ist das Land ausgefallen. Solange dieser nächste Krieg nicht die Lebensadern der Weltwirtschaft, wie etwa die Strasse von Hormus, dauerhaft blockiert, haben die Märkte keinen Schock, sondern einen Schnupfen.