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Israel wird nicht vom Eurovision Song Contest 2026 ausgeschlossen. Die Rundfunkunion EBU stimmte mehrheitlich dafür, den Wettbewerb mit neuen Regeln fortzuführen. «Damit sind alle EBU-Mitglieder, die am ESC 2026 teilnehmen möchten und den neuen Regeln zustimmen, teilnahmeberechtigt», erklärte die EBU.
Trotz intensiver Gespräche von EBU und ORF zur Vermeidung eines Boykotts ziehen sich mehrere Sender zurück. Avrotros (Niederlande), RTE (Irland), RTVE (Spanien) und RTV (Slowenien) kündigten an, beim ESC 2026 in Wien nicht anzutreten. Sie begründen dies mit den hohen zivilen Opferzahlen im Gaza-Krieg. RTVE-Präsident José Pablo López warf der EBU vor, die grössten Spannungen in der ESC-Geschichte verursacht zu haben. Avrotros-Chef Taco Zimmerman erklärte: «Kultur verbindet, aber nicht um jeden Preis.» Werte wie Menschlichkeit und freie Presse seien «nicht verhandelbar».
Die EBU stärkt zudem die Jurywertung, nachdem Israel 2025 in Basel durch starke Publikumsstimmen Platz zwei erreicht hatte. Das ESC-Finale findet am 16. Mai 2026 in Wien statt.