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Isoliert? Russlands Aussenminister Lawrow reiste während vier Tagen durch Afrika. Sein Land hat dort eine grosse Fangemeinde. Warum das kein Zufall ist

Wer glaubt, dass Wladimir Putins Krieg gegen die Ukraine weltweit auf Empörung stossen würde, übersieht dabei geflissentlich die oft ausgesprochen Russland-freundliche Haltung vieler Schwellen- und Entwicklungsländer, insbesondere in Afrika.

Gleich und gleich gesellt sich bekanntlich eben gern: Russlands Präsident Wladimir Putin und afrikanische Politiker stehen Ländern ohne demokratische Strukturen und mit hoher Korruption vor.

AFP or licensors
Protesters hold a portrait of Russia's President Vladimir Putin among their messages during a massive rally to rail against the United States imposing restrictions on economic and security assistance over the conflict in the Tigray region at Addis Ababa soccer stadium in Addis Ababa, Ethiopia, on May 30, 2021
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Erstaunlich nur, das selbst Länder wie Südafrika oder der Senegal, die im Westen lange Zeit als demokratische Vorzeigestaaten gefeiert wurden, sich bei UN-Resolutionen über eine Verurteilung Russlands der Stimme enthalten und damit bewusst eine neutrale Position bezogen haben.

Mehr noch: Senegals Präsident Macky Sall verbreitete nach einem Besuch bei Putin im letzten Monat die russische Propaganda, wonach nicht etwa der Krieg in der Ukraine Grund für den plötzlichen Weizen- und Düngermangel sei, sondern die Sanktionen des Westens gegen diese Produkte. Obwohl es die gar nicht gibt.

Als Vorsitzender der Afrikanischen Union steht Sall mit seinen Aussagen durchaus repräsentativ für die Führungsriege seines Kontinents.

Ein Grund für die Putin-Sympathie dürfte wohl darin liegen, dass viele afrikanische Potentaten, etwa in der Zentralafrikanischen Republik, wo 2000 russische Söldner aktiv sind, nun die Chance wittern, ihre intern oft mächtig angeknackste Macht mit russischer Militärhilfe zu sichern. Auch in Mali zählt die neue Militärjunta neuerdings auf die Hilfe der Russen.

Vor allem jedoch die Haltung Südafrikas löst Entsetzen aus, weil es sich als früherer Apartheidstaat gerne einer besonderen Solidarität mit den unterdrückten Völkern der Welt rühmt.

«News 24»-Chefredakteur Adriaan Basson nannte die Haltung Pretorias kürzlich sogar «einen Tiefpunkt» in der mittlerweile fast 30-jährigen Amtszeit des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) am Kap. Allerdings hatte Südafrika schon unter Freiheitsikone Nelson Mandela enge Kontakte zu Staaten wie Libyen, Kuba und dem Iran, die neben der UdSSR den Befreiungskampf des bis heute sozialistisch orientierten ANC finanzierten.

Barney Mthombothi, Chefkommentator der Johannesburger Sunday Times, glaubt die Gründe zu kennen: «Angesichts ihrer Vorliebe für Autokraten überrascht es nicht, dass der ANC, aber auch viele andere afrikanische Potentaten sich zu Putin hingezogen fühlen.»

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