Island könnte innerhalb von rund eineinhalb Jahren der Europäischen Union beitreten. Dies sagte Aussenministerin Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir laut dem Portal Politico.
Voraussetzung ist ein Referendum am 29. August, bei dem die Bevölkerung darüber abstimmen soll, ob die 2013 abgebrochenen Beitrittsverhandlungen mit der EU wieder aufgenommen werden. Eine aktuelle Gallup-Umfrage zeigt ein knappes Rennen: Demnach unterstützen 52 Prozent der Befragten eine Wiederaufnahme der Gespräche, 48 Prozent lehnen sie ab.
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Þorgerður, Vorsitzende der proeuropäischen Partei Viðreisn, erklärte Politico, Island könne die Verhandlungen «innerhalb von eineinhalb Jahren» abschliessen. Da das Land Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums ist und zum Schengen-Raum gehört, hat es bereits zahlreiche EU-Regeln übernommen. Daher werde der Prozess «nicht so kompliziert» sein und «relativ schnell» verlaufen.
Als grösstes Hindernis bezeichnete die Ministerin die Fischereipolitik, die bereits früher zu Konflikten mit der EU geführt hatte. Island hatte 2009 während der Finanzkrise einen EU-Beitrittsantrag gestellt. Die Verhandlungen wurden 2013 ausgesetzt und 2015 offiziell beendet. Bis dahin hatte Reykjavik elf der 33 Verhandlungskapitel abgeschlossen.