Ein 27-jähriger Islamist aus Bosnien ist acht Wochen nach seiner Festnahme in Essen in sein Heimatland abgeschoben worden. Wie die Bild-Zeitung berichtet, plante der Mann einen schweren Terroranschlag in Deutschland. Ziel sei es gewesen, «möglichst viele Menschen zu erschiessen».
Am 9. Juli stürmte ein Spezialeinsatzkommando ein Mehrfamilienhaus im Stadtteil Huttrop. In der Wohnung des Verdächtigen fanden die Ermittler Stichwaffen, pyrotechnisches Material sowie eine Fahne der Terrororganisation «Islamischer Staat». Hinweise auf den Anschlagsplan ergaben sich aus einem laufenden Verfahren wegen Betrugs und Terrorfinanzierung. Nach Angaben der Polizei wollte er den Anschlag mit der Beute aus Betrügereien finanzieren.
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Auswertungen von Handys und Datenträgern verdichteten den Verdacht, dass der Bosnier – ein ausgebildeter Soldat mit Kenntnissen im Umgang mit Waffen und Sprengstoff – im Namen des IS handeln wollte. Er habe versucht, automatische Schusswaffen zu beschaffen. Der Zugriff habe dies verhindert.
Aufgrund seiner Gefährlichkeit erfolgte die Abschiebung in enger Zusammenarbeit von Polizei, Justiz und Ausländerbehörde. Direkt nach einem Haftprüfungstermin wurde der Mann zum Flughafen gebracht und abgeschoben. Im Falle einer Rückkehr droht ihm die sofortige Verhaftung. Die Ermittlungen dauern an.