Frankreich entsendet Luftabwehrsysteme und eine Fregatte nach Zypern, nachdem iranische Drohnenangriffe erstmals EU-Gebiet erreicht haben. Das berichten zwei hochrangige zypriotische Regierungsvertreter gegenüber Politico.
Demnach informierte Präsident Emmanuel Macron seinen zypriotischen Amtskollegen Nikos Christodoulides am Dienstag über die Verlegung von Anti-Raketen- und Anti-Drohnen-Systemen. Zusätzlich schickt Paris eine Fregatte ins östliche Mittelmeer. Das französische Verteidigungsministerium äusserte sich nicht.
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Hintergrund ist die Eskalation im Krieg zwischen den USA sowie Israel und dem Iran. Am frühen Montagmorgen traf eine Drohne vom Typ Shahed die britische Luftwaffenbasis Akrotiri auf Zypern. Weitere Angriffe auf den Stützpunkt wurden im Tagesverlauf abgefangen. Die Basis und umliegende Ortschaften wurden evakuiert.
Zypern fordert seitdem mehr Unterstützung aus Europa. Christodoulides bat auch Deutschland um die Entsendung einer Fregatte. Bundeskanzler Friedrich Merz habe positiv reagiert. Eine formelle Entscheidung aus Berlin werde in Kürze erwartet, heisst es. Auch mit Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni laufen Gespräche.
Griechenland hat bereits reagiert: Vier F-16-Kampfjets wurden nach Paphos verlegt, zwei Fregatten – eine davon mit einem Anti-Drohnen-Störsystem – operieren vor der Insel. Damit ist erstmals ein EU-Mitgliedstaat direkt von den regionalen Vergeltungsschlägen Teherans betroffen.
Die Ausweitung der Angriffe auf europäisches Territorium verschärft die Sicherheitslage im Mittelmeerraum deutlich. Weitere militärische Absicherungen gelten als wahrscheinlich.